Big Data im Recruiting: Daten versus Intuition?
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Big Data im Recruiting: Daten versus Intuition?

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Big Data im Recruiting: Daten versus Intuition?

March 08, 2016 Michael Lazik

Daten sammeln, analysieren, nutzbar machen – das alles kann Big-Data-Software und erleichtert Personalern die Arbeit. Datengestützte Modelle geben mittlerweile einen guten Überblick und maßgeschneiderte Vorhersagen und Handlungsempfehlungen. Erfahrene Personaler wissen, das Zahlen und Zeugnisse allein noch keinen perfekten Mitarbeiter ausmachen – entscheidend ist auch die richtige Chemie. Doch prinzipiell gilt: Je mehr Informationen ein Personaler zur Entscheidungsfindung zur Verfügung hat, umso fundierter und besser fallen seine Entscheidungen aus. Gerade bei Personalentscheidungen spielen Menschenkenntnis, Erfahrung und Intuition natürlich auch eine große Rolle, doch Personaler wissen, dass es nicht immer leicht ist, aus der Masse der Bewerber die geeignetsten Kandidaten zu ermitteln. Die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen, dürfte dank Big Data bald weniger Zeit in Anspruch nehmen. Doch welche Rolle spielt letztlich das Bauchgefühl des Personalers bei der finalen Entscheidung? Welche Rolle spielt die Intuition?

Fakten, Fakten, Fakten

In der freien Wirtschaft steht die Intuition in starkem Gegensatz zum „Homo oeconomicus“ der neoklassischen Wirtschaftstheorie, der als Idealtypus des Entscheiders gilt. Die Digitalisierung verstärkt diesen Trend heute zusätzlich, da sie den globalen Wettbewerbsdruck erhöht. Eine Studie der Akademie für Führungskräfte belegt die enorme Bedeutung von Zahlen und Fakten bei Managemententscheidungen. Von 560 befragten Managern gaben knapp 76 Prozent an, sich erst dann zu entscheiden, wenn ihnen sämtliche relevanten Informationen vorlägen. Nur 14 Prozent war das Gefühl wichtiger als der Verstand. Ist Intuition also völlig nutzlos und überbewertet? Der Wunschtraum harmoniebedürftiger Althippies? Namhafte Wirtschaftskoryphäen würden da widersprechen.

Erfolg geht durch den Magen

Ein Paradebeispiel für die Relevanz von Intuition bei unternehmerischen Entscheidungen ist hingegen das Beispiel Mövenpick. Zu verdanken ist der Erfolg der Marke vor allem dem Gründer Ueli Prager, der entgegen aller Empfehlungen von Marktforschern auf sein Bauchgefühl hörte und sich für die Produktion von Premiumeis und gegen eine kalorienarme Variante entschied. Mövenpick wurde damit zum Marktführer im neuen Segment der Premiumeiscremes. Auch Managementstars wie der Großinvestor Warren Buffett oder Apple-Gründer Steve Jobs betonten immer wieder, wie wichtig Intuition sei.

Daten siegen – Menschlichkeit gewinnt

Was bleibt also? Ist Intuition etwa der heilige Gral für richtige Entscheidungen und Big Data nur sein kleiner nützlicher Bruder? Wohl kaum. Schließlich geht es im Personalmanagement vor allem darum, passende Talente zu finden, um so die Weichen für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft zu stellen. Dazu braucht es auf der einen Seite verlässliche datengestützte Modelle, die dem Personaler die Arbeit erleichtern und diese effizienter machen und auf der anderen Seite ein tiefes Verständnis der eigenen Unternehmenswerte – das gilt insbesondere für den Recruiting-Prozess. Nur wer sowohl fachlich als auch menschlich zum Unternehmen passt, arbeitet langfristig motiviert und erfolgreich.

Fachkräfte finden

Gerade für den deutschen Innovationsmotor Mittelstand können Big Data und Intuition bei Unternehmensentscheidungen eine bedeutende Rolle spielen. Doch im Gegensatz zu vielen Großkonzernen nutzt die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen dieses Potential nicht. Dabei sind gerade mittelständische Unternehmen mehr denn je auf qualifizierte Fachkräfte und damit auf entsprechende Tools zur Datenauswertung angewiesen, um diese u.a. überhaupt erst zu finden. Datenmodelle ermöglichen sowohl ein besseres Reporting als auch treffendere Vorhersagen.  Erfahrung und Intuition sollten im Unternehmen aber ebenfalls als Teil der Unternehmenskultur gepflegt werden. Sie sind der verlängerte Arm von Big Data – das Zünglein an der Waage. Am Ende des Tages nehmen uns jedoch weder Intuition noch Datenmodelle eine Entscheidung ab. Sie entmündigen uns nicht, sondern zeigen uns neue Wege auf. Die Entscheidung trifft der Mensch. Und wie jeder von uns weiß ist dieser in der Lage intuitives Denken sowie analytische ausgewertete Daten in einer perfekten Symbiose zu kombinieren – zum Wohle des Unternehmens.

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