Die Nacht der lebenden Smombies oder: Wie Learning das Gehirn wieder vitalisiert!
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Die Nacht der lebenden Smombies oder: Wie Learning das Gehirn wieder vitalisiert!

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Die Nacht der lebenden Smombies oder: Wie Learning das Gehirn wieder vitalisiert!

April 03, 2017 Sascha Grosskopf

Unsere Wahrnehmung verändert nicht nur den sozialen Umgang, sondern auch die Welt, in der wir arbeiten. Was aber, wenn unsere Mitmenschen, Freunde und Kollegen immer mehr zu scheinbar seelenlosen Marionetten verkümmern, die wie Untote durchs Leben wandeln? Wie sollen wir im Büro umgehen mit Menschen, deren Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne immer dünner wird?

Lange bevor die digitale Revolution ausbrach, flimmerte im Jahre 1968 ein Film über die Kinoleinwände, der ein völlig neues Genre prägte: „Night of the Living Dead“ von George A. Romero – der erste Zombiefilm! Doch wie könnte nun ein moderner Zombiefilm aus der Feder von Romero aussehen? Einer, der im Jahre 2020 angesiedelt ist und vielleicht „Digitization of the Dead“ heißt? Wahrscheinlich würde der Film auf das Phänomen der sogenannten Smombies eingehen, die Smartphone-Zombies. Jene Gestalten, die Tag und Nacht auf das Display ihres Handys starren und die Welt der Lebenden um sich herum ausknipsen. Anders als die Hirnfresser aus dem Fernsehen sind die heutigen Zombies aber keine umherstreunenden Kadaver, die wieder ins Leben zurückgekommen sind, sondern Abwesende, die ihren Körper bewusst zurückgelassen haben, um ihren Geist in den Weiten des Internets zu vertiefen. Dabei stellen die Smombies nur ein Symptom unserer Zeit dar, denn immer mehr Studien weisen nach, dass bei allen Menschen in der westlichen Welt die Aufmerksamkeitsspanne nachlässt. Auf der Arbeit kann dies nicht nur zu mangelnder Performance führen, sondern auch zu tödlichen Unfällen durch Unaufmerksamkeit oder mangelnder Konzentration. Im Februar 2016 kam es erst in Bad Aibling zu einem schweren Zugunglück bei dem zwölf Menschen starben, weil der Fahrdienstleister der Deutschen Bahn während seines Dienstes ein Spiel auf seinem Smartphone zockte. Diese Gefahren haben bereits große Konzerne wie Walmart und PayPal zum Umdenken gebracht.

Ohne Smartphone steigt die Konzentration – aber auch die Nervosität

Dieses Phänomen findet sich jedoch nicht nur auf unseren Straßen, sondern auch in den Büros unserer Arbeitswelt. Ja, die Digitalisierung ist der Motor der Zukunft, aber falsch dosiert, kann sie auch unangenehme Nebenwirkungen entfalten. Denn der Zustand der ständigen Überall-Verfügbarkeit rund um die Uhr erleichtert zwar die Arbeit, hat aber auch seinen Preis. Bereits 2015 hat eine Studie der Universität von West Ontario herausgestellt, dass die Aufmerksamkeit der meisten Menschen durch den Gebrauch von Smartphones und anderen Gagdets nachweislich sinkt – und momentan sogar unter der eines Goldfisches liegt. Eine jüngere Erhebung der Uni Würzburg bestätigte ebenfalls, dass die Konzentration bei Arbeitnehmern ohne Smartphones 26 Prozent höher sei.

Das ist insofern bemerkenswert, weil es auch immer wieder Untersuchungen gibt, die nachgewiesen haben, dass nach Wegnahme eines Smartphones nicht nur die Konzentration, sondern auch die Nervosität zunahm – eine nachteilige Entwicklung.

Ein Beispiel, das Schule macht

Was kann die Personalabteilung also tun, um die Effizienz und die Konzentration zu erhöhen, ohne den digitalen Wandel aufzuhalten? Die Antwort lautet: Gamification! Aber wie kann das sein? Schließlich werden auch Spiele – insbesondere Videospiele – ebenso verantwortlich gemacht, die Millenials abgestumpft zu haben?

Dass dies nicht der Fall ist, hat bereits die Bildungsmesse Didacte in Hannover gezeigt. Denn eine dauerhafte Verbannung des Handys wird im digitalen Zeitalter keine Lösung sein. Es geht darum, die Geräte auch in den Berufsalltag mit einzubinden, frei nach dem Motto „If you can’t beat them – join them!“ Am Beispiel der Schulen haben Experten aufgezeigt, dass die Lehrpläne und Schulveranstaltungen über Apps abrufbar sein könnten und auch über die breite Einführung eines virtuellen schwarzen Brettes wird bereits gesprochen. Die Thematik ist auch deshalb von Bedeutung, weil es vor allem die jüngeren Jahrgänge – eben frisch von den Schulen und Unis – sind, die aus Sicht der Älteren als Smartphone-Junkies betrachtet werden. Sie werden noch weitaus mehr als gegenwärtige Mitarbeiter, ihr Smartphone und die virtuelle Welt als absolute Selbstverständlichkeit empfinden. Schon aufgrund dieser Entwicklung müssen Manager nicht nur Handys, sondern auch die sozialen Netzwerke im Web noch stärker als Teil der Digitalisierung und vor allem der Industrie 4.0 begreifen.

Ähnlich sollte es auch im Büro funktionieren, wo alle Stärken der Smartphones genutzt werden müssen. So sollte es nicht nur auf die beiden Funktionen Kundenkontakt und Ablenkung reduziert werden, sondern durch Learning-Tools und andere Features ein Bestandteil des Arbeitsalltags werden. Die Frage ist auch, was auf den Smartphones immer abgerufen wird? Meistens surft man doch in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Und der Drang, sich immer mit News aus der digitalen Welt auf dem Laufenden zu halten, wird auch nicht abflauen, wenn man sich am Firmenrechner befindet. Immer wieder gibt es dazu spektakuläre Rechtsfälle, wenn es um den Gebrauch des privaten Surfens am Arbeitsplatz geht.

Ist die Würde des Smartphones unabschaltbar?

Dass mangelnde Aufmerksamkeit und Ablenkung nicht nur Ressourcen des Unternehmens bindet, sondern auch mitunter gefährlich werden können, zeigen tödliche Vorfälle in den Geschäftsstellen von Walmart, wo sich tragische Unglücke ereilen, wenn ein Mitarbeiter unkonzentriert auf der Leiter Waren einräumt und plötzlich das Gleichgewicht verliert. Natürlich gab es solche Unfälle schon immer, aber in den letzten Jahren haben solche Tragödien stark zugenommen. Mittlerweile hat der Shopping-Gigant deswegen eine eigene App entwickelt, die mittlerweile von 80.000 Mitarbeitern genutzt wird. Diese Anwendung – auch abrufbar für das Smartphone – zeigen dreiminütige Präsentationen, die den richtigen Umgang im Berufsalltag demonstrieren. Mit der Zeit wird die Belegschaft getestet, um zu überprüfen, ob die Botschaften des Tutorials im Gedächtnis haften geblieben sind. Tatsächlich verringerten sich bei Wal-Mart die Unfälle wieder deutlich – genau zu sein um die Hälfte!

Unternehmen wie Walmart haben den Wert des Gamification im Learning erkannt und setzen auf innovative Lernseminare in Form von Tutorials statt auf schnöde Vorträge über die neusten Sicherheitsvorkehrungen. Die mobile Anwendung bindet damit auch das Smartphone mit ein. Mitarbeiter des 21. Jahrhunderts – besonders die Millenials – brauchen kurze, prägnante Botschaften, mit denen sie interagieren können, so wie sie es von Facebook und Twitter gewohnt sind. „People are not patient for long-form content. They want to skip to the party they need“, erklärte bereits Josh Bersin von Deloitte. Auch PayPal schlägt bereits den Weg der non-traditionellen Learnings ein und setzte eine private Facebook-Gruppe ein, wo die Mitarbeiter sich mit Experten über entsprechende Themen auseinandersetzen können. Seit dieser und anderer Einführungen hat sich die Anzahl der „aktiven Lerner“ verdoppelt. Gleichzeitig konnten 25 Prozent der Ausgaben für das Training eingespart werden.

Es gibt bereits auch hier Anwendungen wie Cornerstone Connect, welche eine Art Firmen-Facebook darstellen. Statt Verbote sollen auf diese Weise Anreize geschaffen werden. So wäre dies eine Möglichkeit, um die Chataffinität in unternehmensinterne Bahnen zu lenken. Zudem ist es eine moderne Alternative zu den starren Firmenintranets. Schließlich gilt es den technologischen Wandel in seine Zukunftsplanung miteinzubeziehen und nicht ihn auszubremsen. Das lenkt die Konzentration nicht nur wieder dorthin, wo sie hingehört, sondern wird auch die sogenannten Smombies wiedererwecken. Schließlich ist das Vorurteil von hirnlosen Marionetten nicht ganz neu. Auch als das Fernsehgerät als Massenprodukt in die Wohnzimmer einzog, sahen Kritiker darin eine ähnliche Symptomatik. Die Welt ist seitdem trotzdem nicht untergegangen und das wird sie auch nicht durch Smartphones.

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