Ein Alien auf dem Arbeitsmarkt – Wer ist eigentlich diese Gen Z?
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Ein Alien auf dem Arbeitsmarkt – Wer ist eigentlich diese Gen Z?

Talent Management

Ein Alien auf dem Arbeitsmarkt – Wer ist eigentlich diese Gen Z?

May 30, 2016 Sascha Grosskopf

Es scheint nur ein Wimpernschlag vergangen zu sein, seit sich Tages-, Fach- und Wirtschaftsblätter, aber auch Online-Magazine in endlosen Ergüssen, wissenschaftlichen Abhandlungen und sonstigen Ausführungen aufs intensivste mit der sogenannten Generation Y beschäftigten. Schnee von gestern: Inzwischen steht schon die nächste Generation auf der Matte. Doch auch sie ist anders. Die Rede ist … Trommelwirbel … von der Generation Z, wobei das Z natürlich nicht für Zorro steht. Zur Generation Z gehört, je nach Definition, wer momentan etwa zwischen 12 und 20 Jahre alt, sprich nach 1995 geboren ist – vereinendes Lebensmotto: Yolo  (You only live once). Die ersten Vertreter machen, auch G8-bedingt, gerade die ersten Schritte im Studium oder sogar auf dem Arbeitsmarkt (circa. drei Millionen). Anders als ihre Vorgänger starten sie jedoch mit einer wesentlich besseren Perspektive in das aktive Berufsleben und fordern Mitbestimmung – dem Fachkräftemangel sei Dank!

Unternehmen suchen weiter händeringend nach jungen qualifizierten Mitarbeitern. Die Nachfrage übersteigt das Angebot signifikant. Laut einer aktuellen Manpower-Studie zum Fachkräftemangel leiden 46 Prozent der Unternehmen in Deutschland unter akutem Fachkräftemangel. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch 2014. Bei jedem zweiten Unternehmen hat das bereits dazu geführt, dass Aufträge abgelehnt werden mussten. Weil genau das auch die „jungen Wilden“ wissen, haben sie andere, „besondere“ Ansprüche an ihre Arbeitsstelle und ihren Arbeitgeber. In der Folge besitzen Angehörige der Generation Z ein ganz neues Selbstverständnis in Bezug auf die Arbeitswelt. Anders als die GenYler legen sie beispielsweise großen Wert auf geregelte Arbeitszeiten oder unbefristete Verträge, freilich bei gleichbleibend hoher Flexibilität – frei nach dem Motto „Feierabend ist Feierabend“. In diesem Punkt unterscheiden sie sich am deutlichsten von der Gen Y.

Illoyal und anspruchsvoll

Gleichzeitig sinkt die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. Manch einer behauptet sogar, die Loyalität der Gen Z gegenüber ihrer Turnschuh- und Handymarke sei größer. Doch welche Konsequenz ergibt sich, wenn man diese Prämisse annimmt? Wie können Unternehmen künftig Mitarbeiter an ihr Unternehmen binden, wenn Bindung doch ein gewisses Maß an Loyalität voraussetzt? Das einfachste Mittel der Bindung sind und waren sicherlich stets interessante Aufgaben, moderne Arbeitsmittel, flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien oder neuerdings Sabbaticals – einfach Spaß bei der Arbeit. Der GenZler wünscht sich eine abwechslungsreiche Tätigkeit bei gleichzeitig hoher Unabhängigkeit. Wer wünscht sich das nicht?

Doch wird es die Generation Z  im Gegensatz zur Vorgängergeneration Y schaffen, "work" und "life" tatsächlich in der Balance zu halten? Und wendet Sie sich ab von den Lastern und Zwängen der Leistungsgesellschaft? Die jüngste Shell-Jugend-Studie lässt das tatsächlich vermuten, zumindest verschieben sich die Prioritäten hier deutlich zugunsten der Freizeit. Wie sich die Realität dann am Ende gestaltet …fraglich. Wir sind gespannt.

Generationenvielfalt managen

Eigentlich müsste als Fazit ein Aufruf stehen, dass Unternehmen sich auf jeden Fall auf die Bedürfnisse dieser Generation einstellen müssen, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Doch seien wir mal ehrlich: Bisher kamen mit jeder neuen Generation von Arbeitnehmern auch neue Bedürfnisse, die mal mehr und mal weniger befriedigt werden konnten. Einigen Unternehmen mag dies mehr gelingen als anderen – das wird auch in Zukunft nicht anders sein. Wichtig und richtig ist und bleibt es, ein Bewusstsein für die Bedürfnisse der verschiedenen Generationen im Unternehmen zu schaffen. Um die Gen Z erfolgreich zu umgarnen, müssen ihre Bedürfnisse entlang des gesamten Talent-Management-Prozesses berücksichtigt werden, beginnend beim Recruiting. Einen GenZler, für den die klaren Strukturen des öffentlichen Dienstes und großer Unternehmen eine reizvolle Karriereoption darstellen, lockt man mit Home Office garantiert nicht mehr hinter dem Ofen hervor, wenn er Arbeit und Freizeit klar trennen will. Vor allem kleine und mittlere Betriebe dürften daher besonderen Umstellungsbedarf haben um die Gen Z zu erreichen. Beim Thema Learning, wird es im Kontext der gefürchteten Konzentrationsunfähigkeit (Stichwort: Acht-Sekunden-Aufmerksamkeitsspanne) von GenZlern hingegen noch wichtiger werden, Lernformen- und -inhalte neu zu strukturieren.

Es wäre jedoch tödlich, den Fokus lediglich auf die Generation Z zu legen, wenn im Unternehmen nach wie vor viele verschiedene Generationen nebeneinander und miteinander existieren. Die Herausforderung besteht daher weniger darin, einer einzigen Generation, sondern vielmehr allen Mitarbeitern gerecht zu werden. Eine andere Herausforderung ist das Management des Know-how-Transfer (siehe Next Generation Learning – Wie Babyboomer & Generation Y zusammenarbeiten) und die Zusammenarbeit zwischen den Generationen vor dem Hintergrund verschiedener Prioritäten und Werte.

 

 

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