Ein bisschen Spaß muss sein…
DEMO
Kontakt

Ein bisschen Spaß muss sein…

Future of Work

Ein bisschen Spaß muss sein…

March 25, 2016 Thorsten Rusch

Arbeit und Spaß gelten für viele als unvereinbare Gegensätze – ähnlich wie bei Helene Fischer oder dem Dschungelcamp: es gibt entweder bekennende Fans oder inbrünstige Gegner. Ein „Dazwischen“ scheint es irgendwie nicht zu geben. Nicht umsonst heißt es „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ oder „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – Sprichwörter, die unsere Eltern oft und gerne bemüh(t)en. Berthold Brecht sagte einmal, Arbeit sei alles, was keinen Spaß macht und Bestsellerautor Volker Kitz betitelt Arbeit in einem Spiegelartikel nüchtern als „Tausch von Zeit gegen Geld“. Und die müssen es ja schließlich wissen, oder!?

Nicht unbedingt. Zumindest nicht, wenn man sich einmal sämtliche Studien, Umfragen oder auch Artikel der letzten Jahre über die Präferenzen der berühmt berüchtigten Generationen Y und Z anschaut. In der Summe ist hier Arbeit mit Spaß gleichgesetzt, eine Art 8-Stunden-Happy-Hour, in der man nur das macht, wonach einem der Sinn steht, in der man überdurchschnittlich bezahlt, gelobt, gefördert, gefordert, gesichert und eben bespaßt wird.
Diese (Wunsch-)vorstellung, die zugegeben mehr mit einem Hobby gemein hat, scheitert spätestens am Realitätscheck. Denn in vielen Unternehmen herrscht nach wie vor eher die Brechtsche Sicht vor. Und so zeichnet der Gallup Engagement-Index seit Jahren das gleiche, spaßbefreite Bild: die überwiegende Mehrheit der Deutschen schiebt nur Dienst nach Vorschrift, über 20 Millionen Beschäftigte haben sogar schon innerlich gekündigt.

Mit Schwarz-Weiß-Malerei  kommt man an diesem Punkt nicht weiter. Das Verständnis von Arbeit als eine bierernste Tätigkeit, bei der erst gefeiert wird, wenn sie endlich vorbei ist, ist ebenso kurz gegriffen, wie die propagierten Pipi-Langstrumpf-Vorstellungen der aktuellen Bewerbergenerationen: Nur Spaß, schnelles Vowärtskommen und das bei möglichst geringem Einsatz im Job – „ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt…“. Aber muss es denn Arbeit ≠ Spaß oder Arbeit = Spaß sein, könnte man es nicht einfach einmal mit Arbeit + Spaß probieren?

Dr. Roman F. Szeliga, seines Zeichens österreichischer Humorexperte, spricht von Freude am Business als „soziale Kompetenz, die in der Lage ist, Menschen zu motivieren, zu begeistern und zu führen.“ Bitte nicht zu verwechseln mit ich-schäme-mich-fremd-Humor, ausgelutschten und so gar nicht mehr lustigen Kollegensprüche alla „Die Firma dankt“, Häme oder Schenkelklopfer-Chefhumor, den tatsächlich nur Schleimer witzig finden. Es geht um „Spaß“ im klassischsten Verständnis des Wortes, vom Duden definiert als:

Klingt fast zu einfach, um wahr zu sein. Aber fest steht, Spaß bei der Arbeit wirkt sich nicht nur auf die eigene Arbeitsmoral aus (höhere Motivation, besserer Teamgeist, mehr Produktivität und Effizienz), sondern steigert auch nachweislich die Arbeitgeberattraktivität. Eine Studie von Michael J. Tews, Assistenzprofessor an der Pennsylvania State Universität, zeigte, Spaß zahlt sich aus. Je besser also das Arbeitsklima, desto attraktiver wird der Arbeitgeber für Absolventen – und umgekehrt. Aus diesem Grund, sollte Spaß am Arbeitsplatz auch zentrales Element jeder Recruiting-Strategie sein. Vorausgesetzt natürlich es ist die Wahrheit. Ansonsten klafft gleich wieder eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit und der neue Mitarbeiter reiht sich nach kürzester Zeit in die Riege der unmotivierten Arbeitnehmer ein.

In Zeiten anziehender Konjunktur, sinkt paradoxerweise die Zufriedenheit im Job, denn Mitarbeiter sind stark ausgelastet. Statt alles also nur noch schwerer, weil stressiger zu machen und sich selbst und das Drumherum zu ernst zu nehmen, schafft ein humorvoller und Umgang mit Menschen und Situationen ein positives Arbeitsklima, in dem Mitarbeiter belastbarer, erfolgreicher und kreativer sind…und gesünder ist es allemal.

Klar: Arbeit bringt nicht immer Erfüllung, Selbstverwirklichung und Glück, manchmal ist sie einfach nur nervenaufreibend, frustrierend oder stinklangweilig. So what? Kein Grund, gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Unternehmen sind durchaus dabei, ihr Image auch in Sachen Arbeitsatmosphäre aufzupolieren, sei es durch klassische Work-Life-Balance-Ansätze, Gratissnacks oder das Einstellen von Feelgood-Managern, die eine rundum sorglos Atmosphäre kreieren sollen. Aber auch der Arbeitnehmer ist gefragt, das Auf und Ab von Lust und Frust einfach ein stückweit zu akzeptieren. Oder um es in Nietzsches Worten auszudrücken: Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir sie lange Zeit ernster genommen haben als sie es verdienen.

Comments

Keinen Artikel mehr verpassen?

Our RSS Feeds

Cornerstone Blog Feed

Lernen Sie, wie unser integriertes Talent Management Sie bei Ihren Herausforderungen unterstützt.
Erfahren Sie mehr über unsere Produkte

Tags

Archiv