Wie künstliche Intelligenz die HR revolutioniert
DEMO

Wie künstliche Intelligenz die HR revolutioniert

Future of Work

Wie künstliche Intelligenz die HR revolutioniert

June 20, 2018 Sascha Grosskopf

Die möglichst akkurate mechanische Nachbildung von Intelligenz ist der Traum jener, die den digitalen Fortschritt vorantreiben. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig, nicht zuletzt deshalb halten smarte Systeme zunehmend Einzug in verschiedenste Bereiche der Arbeitswelt, die HR eingeschlossen und verändern so allmählich die Rolle des Menschen darin.

Smarte Maschinen haben gegenüber den Menschen einen entscheidenden Vorteil. Sie können unendliche Datenmengen in kürzester Zeit verarbeiten und darin Muster erkennen, die dem menschlichen Auge unter normalen Umständen verborgen bleiben. Dadurch ist es mit KI ausgestatteten Systemen möglich, auf Grundlage aller vorhandenen Daten Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen und ungenutztes Potenzial offenzulegen. Das macht sie sehr attraktiv für viele Unternehmensbereiche, Human Resources eingeschlossen. Dort findet KI zwar aktuell erst in 10 Prozent der Unternehmen Anwendung, ist aber bereits in 45 Prozent der HR-Abteilungen in Planung, wie die Ergebnisse einer Umfrage der Sopra Steria GmbH zeigen. Dies ist wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass das Recruiting immer aktiver wird und sich die HR dadurch immer mehr zu einer Profiling-Abteilung wandelt, die Job-Portale und Soziale Netzwerke nach geeigneten Kandidaten durchsucht. Algorithmen können dabei eine erhebliche Hilfe sein, da sie mittels Textanalyse Lebensläufe und Soziale Netzwerke sehr viel schneller durchsuchen als Menschen. Dabei erkennen sie nicht nur Jobsuchende, sondern auch Menschen, die in naher Zukunft gerne ihren Job wechseln würden - und das unter Berücksichtigung des kulturellen Fit eines Kandidaten. Ein weiterer Bereich für KI ist die Planung von Recruiting-Kampagnen, bei der geeignete Distributionskanäle für Anzeigen auf Grundlage von Daten empfohlen werden. Die Software ist dabei in der Lage, Recuiting-Maßnahmen durch die Analyse von Erfolgsquoten vergangener Kampagnen in Verbindung mit Nutzerverhalten zu optimieren. Je mehr Daten den selbstlernenden Systemen zur Verfügung stehen, desto besser.

Künstliche Intelligenz: Der Recruiter von morgen

Ein weiteres interessantes Einsatzgebiet für künstliche Intelligenz ist das Recruiting. Hier können während der ersten Stufen des Bewerbungsprozesses mittels Algorithmen die vielversprechendsten Kandidaten herausgesucht und vorab auf Herz und Nieren überprüft werden. Dies geschieht in der Regel erst einmal, indem standardisierte Online-Formulare ausgefüllte und miteinander verglichen werden. Doch die technischen Möglichkeiten von KI enden nicht an dieser Stelle. Aufgrund der Entwicklung von Tools wie Google Duplex ist es durchaus denkbar, dass Kandidaten zukünftig sogar per Telefon mit KI in Verbindung treten könnten, um erste Eckdaten zu klären und vorzusortieren. Doch das ist bislang Zukunftsmusik. Was allerdings heute schon Anwendung findet, ist das Video-Interview und dessen Analyse. Algorithmen können dabei die Mimik, Stimme und Gestik der Kandidaten einordnen und lügende Kandidaten identifizieren. Die Auswahl erfolgt, wenn nicht anders programmiert, ohne Diskriminierung nach Ethnie, Geschlecht, Alter usw. Das macht den Auswahlprozess effektiver, schneller und fairer. Dem menschlichen Recruiter bleibt so am Ende eine übersichtliche Kandidatenanzahl, die es im persönlichen Gespräch kennenzulernen gilt.  Daneben ist KI aber auch für die externe und zielgruppenspezifische Kommunikation und Bewerberansprache, wie im Falle von Stellenanzeigen, interessant. Sie können auf diese Weise auf Grundlage von Performance-Daten optimal distribuiert und bestpassende Kandidaten gezielt angesprochen werden.

Die Zukunft der HR gehört den Chatbots

Auch für die Kommunikation mit Mitarbeitern und Bewerbern, wie beispielsweise bei der Beantwortung von FAQs, ist KI in Form von HR-Chatbots sehr gut geeignet. Und im Gegensatz zum menschlichen Kundenbetreuer sind diese 24/7 einsatzbereit. Das ist gerade deshalb so wichtig, weil sich unsere Art zu kommunizieren stark gewandelt hat und potenzielle Kandidaten inzwischen aufgrund dessen weniger Verständnis für Wartezeiten bei der Beantwortung ihrer Fragen aufbringen. Bots eignen sich außerdem für interaktive Mitarbeiter-Trainings, was nachweislich effektiver ist, als lediglich auf Einführungsvideos oder Präsentationen zu setzen. Sie können Mitarbeiter auch mit grundlegenden Informationen versorgen und den HR-Verantwortlichen so den Rücken für anderes freihalten, sowie Feedback einholen und geben. Der Einsatz von Chatsbots birgt aber auch Herausforderungen. Um persönliche Daten der Belegschaft nicht zu gefährden, muss die technische Infrastruktur gut konzipiert sein. Es braucht eine effektive Firewall und Datenverschlüsselung. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, etwa in Form von Vor-Ort-, Hybrid- oder Cloud-Bereitstellungsmodellen für HR-Chatbots. Außerdem muss das System datenschutzkonform arbeiten. Der Bot sollte zusätzlich erweiterbar sein, denn ihr Einsatzgebiet wird sich voraussichtlich weiterentwickeln. Neben diesem gibt es einen weiteren Einsatzbereich: Die Meldung von Beschwerden. Der Vorteil hier ist, dass Maschinen urteilsfrei arbeiten. Dies könnte Hürden für betroffene Mitarbeiter nehmen, über unerfreuliche Vorfälle zu sprechen. Das ist besonders im Zusammenhang mit sexueller Belästigung von Interesse, die laut einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes rund die Hälfte aller Beschäftigten bereits am Arbeitsplatz erlebt haben. Frauen tendenziell etwas häufiger in physischer Form, Männer etwas häufiger in verbaler, visueller Form. Neue Software-Dienste am Markt wie Spot nutzen für die Meldung von Beschwerden solcher Art die Technik des kognitiven Interviews. So sollen Details besser erfasst und Mitarbeiter ermutigt werden, Fälle von sexueller Belästigung zu melden. Zurzeit zweifeln Experten zwar noch an der Reife und Einsatzfähigkeit des Bots, da es großer Sensibilität und Zielgerichtetheit bedarf, um diese Art Interviews erfolgreich zu führen, nichtsdestotrotz ist die Software bisher erfolgreich im Einsatz.

Zusammenfassend bieten KI-gesteuerte Systeme viele Vorteile. Sie können die Schulung, Verwaltung und Arbeit mit saisonalen, temporären, Teilzeit- und Vollzeitmitarbeitern optimieren und das Active Sourcing nach geeigneten Mitarbeitern erheblich erleichtern. Auch deshalb ist KI schon heute in der HR im Einsatz, Tendenz steigend. Um den durch künstliche Intelligenz hervorgerufenen Wandel erfolgreich zu gestalten, müssen HR-Verantwortliche aber zukünftig mehr als Change Manager in Erscheinung treten und Mitarbeiter und Kollegen auf den Weg mitnehmen, denn das Potenzial von KI ist zu gewaltig, um es sich entgehen zu lassen. Sie wird im Zuge der fortschreitenden Digitalsierung Aufgaben übernehmen und den menschlichen HR-Verantwortlichen gut bei seiner Arbeit ergänzen nicht aber ersetzen. Aufgaben für die Kreativität und oder Empathie gefragt sind, werden nach wie vor in menschlicher Hand bleiben. 

About Sascha Grosskopf

Sascha Grosskopf is Head of the EMEA Fieldmarketing team at Cornerstone OnDemand, he is a digital leader, story teller, presenter and well known in the HR-Tech space - he knows how HR can make the big change for organisations.

Comments

Keinen Artikel mehr verpassen?

Our RSS Feeds

Cornerstone Blog Feed

Lernen Sie, wie unser integriertes Talent Management Sie bei Ihren Herausforderungen unterstützt.
Erfahren Sie mehr über unsere Produkte