HR 4.0 – Talent Management im Zeitalter der Smart Factory
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HR 4.0 – Talent Management im Zeitalter der Smart Factory

Talent Management

HR 4.0 – Talent Management im Zeitalter der Smart Factory

February 23, 2016 Sascha Grosskopf

Der Begriff Industrie 4.0 befindet sich in aller Munde. Seit zwei Jahren beflügelt die Vision von der Smart Factory, in der sich intelligente Systeme über das Internet miteinander vernetzen, die Welt von Maschinenbau und Produktion. Nach Dampfmaschine, Fließbandproduktion und Automatisierung läutet Industrie 4.0 die nächste Stufe der industriellen Produktion ein. Wie muss der Rohling geschliffen werden? Wohin muss das Ersatzteil geschickt werden? Wo hat das Material einen Fehler? Bei Industrie 4.0 geben die Produkte selbst die Antworten, ganze Wertschöpfungsketten können in Echtzeit verfolgt und optimiert werden, individualisierte Produkte zu den Bedingungen einer hoch flexiblen und effizienten Serienproduktion hergestellt werden. So zumindest die Vision.

Industrie 4.0-Fitness mangelhaft

Bis dahin gilt es, noch jede Menge Herausforderungen zu lösen. Denn die technischen Ansprüche auf dem Weg zur Industrie 4.0 sind enorm. Nicht minder einschneidend sind die Auswirkungen auf die Arbeitswelt, die auch ganz neue Anforderungen an das Talent Management von Unternehmen stellen. Aufgaben und Arbeitsabläufe verändern sich, Personaleinsatz, Arbeitsorganisation und Qualifikation müssen von Grund auf angepasst werden. Doch wissen Unternehmen überhaupt, was mit dem Thema auf sie zukommt? Eine aktuelle Studie des IT-Dienstleisters Computer Sciences Corporation (CSC) zeigt, dass es um die Industrie 4.0-Fitness in deutschen und österreichischen Betrieben nicht gerade gut bestellt ist. Knapp der Hälfte der Unternehmen fehlen schon heute die nötigen Fachkräfte, die mit IT-Wissen plus Fertigungs-Know-how die vierte industrielle Revolution gestalten könnten.

Auf den Kopf gestellt – neue Herausforderungen für Mitarbeiter

Was fehlt, sind tragfähige Konzepte, die Mitarbeiter auf die Interaktion mit intelligenten Maschinen vorbereiten, denn der Komplexitätsgrad der Arbeitsinhalte wird immens steigen und sich permanent verändern. Weiterbildung der Mitarbeiter und Führungskräfte in den Bereichen Entscheidungs- und Problemlösungskompetenz, der gezielte Aufbau von IT- und Organisationskompetenz in den einzelnen Abteilungen steht dabei im Vordergrund. Ebenso wie die Produktionsprozesse selbst, wird auch Arbeit in Zukunft viel weniger standardisiert sein und daher permanentes Umdenken erfordern. Gleichzeitig kommt eine neue Form der Dynamik hinzu. Vergleichbar mit den Updatezyklen bei Smartphones – hier ist das Zeitfenster bis zum nächsten Produkt mittlerweile auf gerade einmal sechs Monate zusammengeschmolzen – verlangt auch die Digitalisierung der Werkshallen eine immer schnellere Optimierung der Abläufe. Das Ergebnis: Der Mitarbeiter sieht sich in der Industrie 4.0 hochkomplexen Arbeitsinhalten gegenüber, die er noch dazu kontinuierlich anpassen muss.

Talent Management 4.0 – was zählt ist Geschwindigkeit

Diese Entwicklung wird nicht ohne Auswirkungen auf Talent Management-Prozesse bleiben. Sie müssen künftig deutlich straffer und flexibler konzipiert sein, um diese neue Marktdynamik zu reflektieren und dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter kontinuierlich mit den neuesten Entwicklungen vertraut sind:

  • Mehr Flexibilität durch die Cloud: Cloudbasierte Talent Management-Lösungen unterstützen Unternehmen aufgrund ihrer höheren Release-Taktung dabei, schneller auf sich abzeichnende Trends zu reagieren. Auf diese Weise wächst die Lösung flexibel mit den jeweiligen Kundenanforderungen.
  • Standards schaffen mehr Freiraum: Der hohe Komplexitätsgrad der verschiedenen Anwendungen und Möglichkeiten bei Industrie 4.0 führt dazu, dass sich die Mitarbeiter wieder mehr spezialisieren müssen – mit unmittelbaren Folgen für Themen wie Nachfolgeplanung und strategische Personalentwicklung. Statt aus einem Pool an Generalisten zu schöpfen, gilt es, sich mit spezialisierten Gruppen auseinanderzusetzen. Standardisierte Prozesse schaffen Raum für HR, auf die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppen eingehen zu können.
  • Software hilft Silodenken aufzubrechen: Die Informationstechnologie durchdringt alle Bereiche innerhalb wie auch außerhalb der Produktion und führt dazu, dass einzelne Disziplinen zusammenwachsen, Silodenken aufgebrochen wird und Arbeiten in Projektteams künftig an der Tagesordnung steht. Um Insellösungen zu vermeiden, müssen die einzelnen Bereiche im Sinne eines ganzheitlichen Talent Management-Ansatzes zusammengeführt werden. Softwarelösungen verschaffen Unternehmen den nötigen bereichsübergreifenden Überblick.
  • Vernetzung auf allen Ebenen: Einzelne lokale Standorte werden künftig stärker vernetzt arbeiten und sich ins große Ganze einfügen. Künftig werden globale Teams noch stärker als jetzt virtuell zusammenarbeiten. Unternehmen müssen daher in neue Formen der Kommunikation und Kollaboration investieren, um den Managementebenen das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, virtuelle Teams zu koordinieren und zu führen. Das bedeutet auch ein stärkeres Zusammenspiel von HR und Führungskräften.
  • Vom Lernen on Supply zum Lernen on Demand: Mitarbeiter in der Industrie 4.0 befinden sich in einem permanenten Onboarding-Prozess in Bezug auf neue Situationen und Inhalte. Entsprechend muss auch die Weiterbildung angepasst werden. Im Vordergrund stehen Lernformate wie eLearnings oder Social-Media-Plattformen, die Lerninhalte in allen Formen und überall verfügbar machen. Wissen kann auf diese Weise aufgenommen werden, wenn es benötigt wird und gleichzeitig geteilt und multipliziert werden.

Als Phänomen zeigt Industrie 4.0, welche immensen Umwälzungen Digitalisierung und Globalisierung im Allgemeinen nach sich ziehen. Denn ohne diese markterschütternden Trends wäre auch die Smart Factory gar nicht denkbar. Industrie 4.0 hat Auswirkungen auf die Arbeitswelt, die noch nicht in Gänze abzusehen sind. Doch eines ist sicher: die Durchdringung aller Lebens- und Arbeitsbereiche durch das Internet wird in Zukunft nur noch zunehmen. Deshalb müssen Unternehmen jetzt die Weichen stellen und auch ihr Talent Management auf die nächste Stufe heben.

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