HR-Technik Trends 2017 (Teil II): Dark Data und Talent Centric
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HR-Technik Trends 2017 (Teil II): Dark Data und Talent Centric

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HR-Technik Trends 2017 (Teil II): Dark Data und Talent Centric

February 20, 2017 Sascha Grosskopf

2017 ist bereits im vollen Gange und wir steuern auf das symbolische 2020 zu. Nicht nur politisch und ökonomisch, sondern auch technologisch wird sich im Zuge der Digitalisierung einiges verändern. Dies wird auch die Arbeitswelt elementar beeinflussen. Auf was kann man sich gefasst machen?

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir uns bereits mit den technologischen Entwicklungen für die HR-Branche beschäftigt. Dabei stellten wir bereits mit dem Machine Learning, dem Cross-Corporate Learning und Enterprise-Search Lösungen für mehr Datensicherheit die ersten drei Kernpunkte unserer insgesamt sechs Hotspots heraus.

Hier nun drei weitere Trends, die auf die sich vor allem die deutsche Unternehmenslandschaft reagieren muss:

4. Dark Data: Die unbekannte Seite der Datenauswertung

Dark Data ist ein bisher noch relativ unbekannter Begriff in der deutschen Unternehmenslandschaft und wird 2017 Hand in Hand mit dem Thema Datensicherheit deutlich an Brisanz gewinnen. Anders als der vielleicht sogar verrucht anmutende Name es suggeriert, handelt es sich hier nicht etwa um illegale Informationen, sondern um ungenutzte Daten, die im Schatten der Speicherplattformen schlummern. In der Regel sind es betriebliche Daten, die der Auswertung entgehen und ungenutzt bleiben. Beispiele hierfür sind Social Skills wie Teamfähigkeit oder kommunikative Kompetenz, welche häufig im Tagesgeschäft einer Firma gesammelt werden. Daneben existieren noch ROT-Daten (Daten ohne Geschäftswert wie Spam) und geschäftskritische Daten, die einzig relevanten Informationen für ein Unternehmen.

Noch vor einem Jahr blieben bei Unternehmen rund 66 Prozent der Daten ungenutzt und schlummerten als Dark Data auf den Massenspeichern der Bundesrepublik. Die unzureichende Erschließung nebulöser Daten schlägt sich auch in Zahlen nieder. Denn durch die mangelnde Indexierung werden Unternehmen weltweit etwa 784 Milliarden Euro alleine für die Pflege wertloser ROT-Daten aufbieten. Um diesen großen Anstieg aufzufangen, haben 2016 bereits alleine im EMEA-Raum 46 Prozent der Unternehmen in Cloud-Speicher investiert – 2015 waren es noch 33 Prozent. Deutsche Organisationen sind hier nachweislich zurückhaltender. Bisher haben nur rund 36 Prozent der Firmen ihren Speicher in die Cloud übertragen.

Langsam wird den Organisationen dieser Umstand bewusst, aber es fehlt häufig noch an geeigneten Softwarelösungen, um diesen potenziellen Datenschatz messbar zu machen und vor allem anzuzapfen. Auch hier bietet Enterprise Search einen Lösungsansatz wie im Punkt zuvor beschrieben.

5. ERP wird Talent Centric

Die seit November 2016 genutzte Anwendung HTML 5.1 hat es im Bereich Suchmaschinen und Textauszeichnung im World Wide Web bereits vorgemacht. Der Trend geht dahin Konsolidierung und Flexibilisierung miteinander zu vereinen. Noch vor zehn Jahren war der Markt des Talent Managements von Best-of-Breed-Anbietern dominiert, die separate Softwarelösungen für ERP (Enterprise-Resource-Planning) bei großen Unternehmen bereitstellten. Durch diese Insellösungen haben sich jedoch viele Mehrfachstrukturen herausgebildet, die entweder erst kostenintensiv miteinander vernetzt werden müssen oder überhaupt nicht kompatibel mit anderen ERP-Softwaremodulen sind. Daher setzt sich auch in der technischen Entwicklung ein neuer Trend durch, der klassische ERP-Ansätze, Core HR und HRIS ersetzen wird. Denn statt viele Ressourcen in die Administration zu pumpen, müssen die Lösungen sich direkt ans Human Capital Management ausrichten. Sie müssen talent centric werden und einen Wert stiften. Aber wie darf man sich das vorstellen?

Durch die erfolgreiche Nutzung in kleineren und mittelständischen Unternehmen wird diese Lösung in Zukunft auch vermehrt Einzug ins Talent Management von größeren Unternehmen erhalten. Die zyklische Überwachung der Performance führt dabei zu einer kontinuierlichen Qualitätsprüfung in regelmäßigen Intervallen. Dies kann beispielsweise im Fall Learning von Vorteil sein, da sich so leicht Leistungseinschränkungen und Schwachstellen der Softwarelösungen identifizieren lassen. Auf diese Weise kann die Nutzungshäufigkeit und Effizienz von Tutorials genutzt werden, um als Service Levels Objectives ablesen zu können, in wie weit die verwendeten Komponenten zur Personalförderung erfolgreich sind. Talent Centric stellt damit letztendlich ein System zur Qualitätssicherung und Mitarbeiterzufriedenheit dar. Dies bedeutet auch, dass Komponenten wie Track Performance Metrik, Post Jobs Openings oder Streamline Compensation ohne Nachjustierung holistisch implementiert werden können. Talent Centric ist damit Teil einer umspannenden Plattform, die im nächsten Punkt erläutert werden soll.

6. DYOA: Develop Your Own Applications

Die vorausgegangenen Bulletpoints laufen im Grunde alle auf einen großen Fixpunkt zu, der das Jahr 2017 beherrschen wird: Konsolidierung! In den letzten Jahren hat sich eine äußerst zersplitterte Systemlandschaft entwickelt, die es Unternehmen erschwert, ihre Netzwerkumgebungen aufeinander abzustimmen.

Lösungen wie Cornerstone Edge vereinfachen bereits die Integration zwischen dem Talent-Management-System und anderen Personalanwendungen, um einen maximalen Nutzen aus dem Human Capital Management zu generieren. Doch die Roadmap für 2017 zeigt den Weg Richtung PaaS: Platform as a Service.

Doch was bedeutet das? Stellen Sie sich die Architektur des Cloud-Computing wie ein Sandwich vor. Die untere Brothälfte stellt IaaS (Infrastructure as a Service) als skalierbare Basis dar. Darauf packt man als Scheibe PaaS, welches als Computer-Plattform fungiert. Es handelt sich dabei um Entwicklungsumgebungen, die mit geringem administrativen Aufwand und ohne Anschaffung der darunterliegenden Hardware und Software genutzt werden können. Das Angebot dieser Dienstleistungen reicht dabei von kollaborativer Arbeit über Monitoring bis zu Middleware-Dienste zum Speichern von Daten. Die obere Brothälfte ist schließlich SaaS (Software as a Service). Bis 2020 wird der weltweite Umsatz von PaaS-Lösungen knapp 7 Milliarden Euro erreichen. Unter dem Slogan „Application for Everything!“ bietet die Lösung viele Vorteile.

So müssen für ein neues Kundenprojekt keine extra Server eingerichtet, Webpakete gewählt, Wartungsarbeiten oder Backups durchgeführt werden. PaaS bietet automatisierte Infrastrukturen auf denen Anwender bereits alles Nötige vorfinden und darauf leicht aufbauen können. Statt herkömmliches Hosting bieten die fertigen Plattformen alle Ressourcen aus der Cloud. Dadurch ergibt sich ein deutlich geringerer Administrationsaufwand und eine verbrauchsgenaue Abrechnung.

Kurz gesagt: Experten können durch diese Lösungen auf eine deutliche Beschleunigung der Prozesse hoffen, während auch Unternehmen – die der Digitalisierung bisher immer noch skeptisch gegenüberstehen – endlich auf den Zug aufspringen und ins 21. Jahrhundert durchstarten können.

Ausblick

Wem das alles noch zu bieder ist, sollte in den anstehenden Trends keine Herausforderungen, sondern Chancen sehen. In der Zukunft werden wir uns jedenfalls noch intensiver mit den einzelnen Themen in separaten Blogbeiträgen auseinandersetzen.

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