Was gegen Stress am Arbeitsplatz hilft
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Was gegen Stress am Arbeitsplatz hilft

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Was gegen Stress am Arbeitsplatz hilft

December 05, 2018 Geoffroy De Lestrange

Stress ist eine fast natürliche Begleiterscheinung des Arbeitslebens. Doch wird Stress zum Dauerzustand, leiden die Betroffenen zunehmend psychisch und physisch. Damit es nicht zu Folgeerkrankungen und Ausfällen kommt, sollte es daher im Interesse jedes Arbeitgebers sein, ein möglichst angenehmes Arbeitsklima zu schaffen.

Burnout, Bluthochdruck, Herzinfarkt – Sie alle wachsen auf dem Nährboden von Stress. Und dieser begegnet den meisten Menschen vor allem im Arbeitsleben in Form von Lärm, Unterbrechungen, Schichtdienst oder einem schlicht zu hohen Workload. Den so hervorgerufenen Stress, hat die  Weltgesundheitsorganisation in einer Studie unlängst zur Gesundheitsepidemie des 21. Jahrhunderts erklärt. Die Situation verschärft sich tendenziell angesichts der Veränderungen durch die Digitalisierung. Laut der Studie HR- und Gesundheitsmanagement in der Arbeit 4.0 der Universität Heidelberg sagen 81 Prozent der befragten Großunternehmen und 57 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen, durch die Digitalsierung steige die psychische Belastung am Arbeitsplatz zusätzlich. Dies verwundert nicht, da die digitale Transformation durch die beschleunigte Informationsverbreitung übers Internet dazu führt, dass Aufgaben schneller erledigt werden müssen und sich Anforderungen wandeln und zunehmend komplexer werden. Auch Multitasking ist eine häufige Nebenwirkung des Arbeitens im Informationszeitalter, all das ergab der BKK Gesundheitsreport 2017. Das ist die selten betonte Kehrseite der Digitalisierung, deren Vorzüge meist in Form von Steigerung von Effizienz und Produktivität hervorgehoben werden. Auch neue, schnellere Kommunikationskanäle und ein tieferes Verständnis von Prozessen und Arbeitsabläufen durch Datenanalyse sind hier zu nennen. So wird die Arbeitsorganisation zwar auf der einen Seite effizienter, auf der anderen Seite erhöht sich für Arbeitnehmer der Zeitdruck. Auch Multitasking und Unterbrechungen nehmen zu und die Trennlinie zwischen Beruf und Privatleben verschwimmt durch die ständige Erreichbarkeit zunehmend. Damit Mitarbeiter jedoch nicht erkranken und die Digitalisierung gemeinsam mit ihnen erfolgreich vollzogen werden kann, ist es wichtig, ein Arbeitsklima zu schaffen, dass zum Wohlbefinden der Arbeitnehmer beiträgt. Nur so bleiben Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiv und produktiv.

Reduzierung von arbeitsbedingtem Stress, für die erfolgreiche Digitalisierung

Dass der Reduzierung von Stress am Arbeitsplatz besondere Aufmerksamkeit gebührt, haben bereits erste Instanzen verstanden. Im Jahr 2013 reagierte der deutsche Staat mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit. Dieses sieht die Erfassung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sowie die Gestaltung eines Arbeitsumfeldes vor, das der Gesundheitsgefährdung entgegenwirkt. So weit so gut, doch wie kann dem entsprochen werden? Zuerst sollten Tätigkeiten und Bereiche erfasst werden, um im nächsten Schritt psychische Belastungen zu ermitteln und zu beurteilen. Dabei kann etwa von Interesse sein, ob ein Mitarbeiter überdurchschnittlich viel Lärm ausgesetzt ist oder unter derart hoher Konzentration arbeiten muss, dass regelmäßige und vermehrte Pausen erforderlich sind. Hier wären als Beispiel Fluglotsen zu nennen. Diese haben große Verantwortung und müssen zugleich unter höchster Konzentration arbeiten, um alle Flugzeuge in ihrem Zuständigkeitsbereich im Auge zu behalten und verschiedenen Flughöhen und Geschwindigkeiten zuzuweisen. Um diese Arbeit menschenfreundlich zu gestalten, dürfen Fluglotsen nicht länger als zwei Stunden am Stück arbeiten und legen zwischen jedem Arbeitsintervall eine etwa einstündige Pause ein. Gearbeitet wird zudem nie mehr als vier Tage, dann folgen zwei bis drei Tage Freizeit.

Ob und welche psychischen Belastungen mit einer Tätigkeit verbunden sind, kann durch Beobachtung, Befragungen oder Analyseworkshops ermittelt werden. Dabei gilt es Größen wie Arbeitskomplexität, Intensität, Konzentrationserfordernisse, Verantwortungsumfang, Arbeitsunterbrechungen, Handlungsspielraum und Grad und Geschwindigkeit des Informationsaustausches zu erfassen. Ihre Analyse zeigt dann, ob im Arbeitsumfeld kritische Belastungskombinationen vorzufinden sind. Denn nicht alles löst per se Stress aus. Wie so oft macht es die Mischung. Bestimmte Kombinationen wie Konzentrationsgrad in Verbindung mit häufigen Unterbrechungen sowie Arbeit im Kundenkontakt in Verbindung mit Zeitdruck, führen beispielsweise sehr wahrscheinlich zu Stress. Sind die Stressoren einmal erkannt, folgt die Entwicklung von Maßnahmen, um diese zu reduzieren oder zu eliminieren. Das kann etwa die Versetzung vom Großraum- ins Einzelbüro sein, denn hier unterbrechen Kollegen die Arbeit seltener. Auch die Umverteilung von Aufgaben und Verantwortung sowie Schulungen und Weiterbildungen, können hilfreiche Strategien zur Bekämpfung von Stress sein. Auch Achtsamkeitsworkshops können für Mitarbeiter hilfreich sein. Auch das vermehrte Einlegen von kürzeren Pausen kann helfen Stress zu reduzieren. Das Stichwort an dieser Stelle lautet Entschleunigung. Auch das Essen außerhalb des Arbeitsbereiches und Spaziergänge in den Pausen können helfen den Kopf frei zu bekommen. Ein Allheilmittel gibt es dabei nicht. Dafür ist die Arbeitswelt und die sich darin befindlichen Menschen zu heterogen. Doch die Kontrolle und das regelmäßige Hinterfragen von Maßnahmen und deren Dokumentation sollten dazu führen, dass Stress nicht länger eine unangenehme Nebenwirkung des Arbeitens bleibt, die es zu Ertragen gilt, sondern dieser nachhaltig reduziert wird. Mitarbeiter sollten bei viel Stress nicht scheu sein und kommunizieren, wenn ihnen ihre Arbeit über den Kopf wächst, Nein sagen können und Störfaktoren identifizieren und gemeinsam mit ihren Arbeitgebern dagegen angehen. Das sollte gerade im Interesse letzterer sein. Denn nur gesunde, zufriedene Mitarbeiter sind produktiv und kreativ und bringen das Unternehmen nach vorne oder halten es am Markt auf Position.

About Geoffroy De Lestrange

Associate Director Product Marketing EMEA at Cornerstone OnDemand

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