Sabbaticals: Adieu Stress und Hallo Welt!
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Sabbaticals: Adieu Stress und Hallo Welt!

Future of Work

Sabbaticals: Adieu Stress und Hallo Welt!

May 02, 2016 Sascha Grosskopf

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“  

OK … Ich denke das können wir überspringen.

Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.“

Schon die Schöpfungsgeschichte in der Bibel zeigt, dass Arbeit nicht alles ist. Was für Gott der siebte Tag, der heilige Sabbat war, ist für den modernen Menschen, den Gen Y-ler und den Hipster von nebenan, das Sabbatjahr – neudeutsch Sabbatical genannt. Denn dass eine Auszeit trotzt scheinbar großer Aufgaben sinnvoll sein kann, wusste schon Gott. Und was für Gott gut ist, kann für den Menschen bekanntlich nicht schlecht sein.

Zeit ist Geld und Geld ist knapp

In Zeiten von Smartphone, Snapchat, Instagram und Twitter, wo der Musterschüler zum WhatsApper avanciert, fällt es vielen Menschen zunehmend schwer inne zu halten – zu rastlos ist doch der alltägliche Wahnsinn.  Richtig abschalten kann da kaum noch jemand – Urlaub hin oder her. Was sind schon zwei Wochen Erholung, wenn die restlichen 50 Wochen des Jahres stresstriefende Gesellen sind? Die Konsequenz: Immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich eine Auszeit von Alltag und Arbeit und wollen sich selbst verwirklichen. Der Bürostuhl wird für drei bis zwölf Monate gegen das Kanu in Schweden, den heimischen Wohnzimmersessel, das Maultier in den Anden oder das tansanische Ödland getauscht. Auf Platz eins der Sabbtical-Wunschliste stehen für die meisten „Sabbaticaliane“ nach wie vor Reisen, dicht gefolgt von sozialem Engagement. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage wollen 63 Prozent der Deutschen 2016 ein stressfreieres Leben führen. Einige wenige haben bisher den Mut diesen Missstand aktiv anzugehen – ihre Zahl wächst stetig.

Flexibilität gewünscht

Sabbaticals sind mittlerweile für viele selbstverständlich, sowohl auf Arbeitnehmer- als auch auf Arbeitgeberseite. Die Unternehmen reagieren und führen Sabbatical-Modelle ein.  Denn der Wunsch der Menschen nach mehr Flexibilität und Individualität wird auch für Unternehmen zum Erfolgsfaktor. Sie müssen sich im „War for talents“ darauf einstellen, flexible Angebote zu schaffen, ansonsten suchen sich begehrte Fachkräfte einen anderen Arbeitgeber. Im Grunde haben Unternehmen nur zwei Möglichkeiten: Sabbaticals zulassen oder von vornherein flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen.

So können die Mitarbeiter von BMW beispielsweise schon seit 2008 am „Vollzeit-Select“-Programm teilnehmen, das ihnen jährlich 20 zusätzliche Urlaubstage gewährt. Die Resonanz ist durchaus positiv: Seit der Einführung ist die Zahl der Sabbaticals von 1300 auf 500 zurückgegangen. Insgesamt nahmen rund 3500 Mitarbeiter das Plus an Urlaubstagen in Anspruch. 

Nägel mit Köpfen

Wenn mehr Flexibilität jedoch nicht mehr ausreicht, um die Batterien der Mitarbeiter aufzuladen, ist ein Sabbatical häufig die beste Lösung – viele Unternehmen haben sich darauf eingestellt und bieten wie bereits erwähnt verschiedene Sabbatical-, sprich Lohn- und Arbeitszeitmodelle an. Der Arbeitsvertrag bleibt dabei bestehen, sodass die Mitarbeiter auch während der Auszeit ihr Gehalt erhalten. Der eigentlichen Auszeit geht dann eine Art Sparphase voran, in der der Arbeitnehmer beispielsweise Überstunden und Urlaubstage auf ein Zeitkonto einzahlt. Am beliebtesten ist aber eine Variante, bei der für etwa drei Jahre ein Teilzeit-Modell vereinbart wird, in dem der Arbeitnehmer jedoch Vollzeit arbeitet und sich so Monat für Monat freie Zeit erarbeitet. Während des Sabbaticals erhält er dann ein reduziertes Gehalt. Im Idealfall kehrt der Arbeitnehmer danach zu seiner alten Stelle zurück.

Die Botschaft, dass jüngeren Mitarbeitern die Balance zwischen Arbeit und Freizeit angeblich wichtiger sei als der schnöde Mammon, scheint mittlerweile auch in Wirtschaftskreise vorgedrungen zu sein. Doch neben jungen, abenteuerlustigen Talenten wagen auch viele Führungskräfte den kurzzeitigen Absprung. Eins dürfte klar sein: Sabbaticals sind längst kein Karrierekiller mehr, sondern generationsübergreifend anerkannt. Für Unternehmen bedeuten sie zwar einen höheren Verwaltungsaufwand, doch der lohnt sich: Zufriedene und entspannt Mitarbeiter sind schließlich deutlich motivierter und leistungsfähiger.

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