Strategic Seating: Wenn die Sitzordnung im Büro über den Erfolg bestimmt
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Strategic Seating: Wenn die Sitzordnung im Büro über den Erfolg bestimmt

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Strategic Seating: Wenn die Sitzordnung im Büro über den Erfolg bestimmt

October 10, 2016 Andreas Eppler

Säuglinge erlernen es bereits im zarten Alter von fünf Monaten und es wird sie nie wieder loslassen: Das Sitzen. Ob der Pharao auf seinem Thron aus Stein, der Schneider auf seinem kleinen Holzschemel oder der Künstler in seinem gepolsterten Voltaire-Sessel – die Menschen sitzen zum Entspannen. Dabei sitzen die Menschen in der westlich-industrialisierten Welt heutzutage sogar viel zu viel. Umfangreiche Studien haben nachgewiesen, dass langes und vor allem falsches Sitzen zu Problemen mit der Bandscheibe oder dem Kreuz führen kann.

Soviel zum Sitzen selbst. Allerdings haben nur wenige Erhebungen sich bisher mit der strategischen Ausrichtung der Sitzordnung in Unternehmen beschäftigt. Wie und vor allem neben wem wir sitzen, beeinflusst nämlich unser Verhalten, unsere Konzentration und unsere Arbeitsweise. Das Beispiel kennt noch jeder aus der Schule, wenn der Lehrer die Klassenclowns auseinandergesetzt hat und zwischen die – aus seiner Sicht – guten Schüler, also die Streber, platziert hat, in der Hoffnung, dass so eine Besserung eintritt. Bis heute streiten Pädagogen und Eltern, inwieweit die Störenfriede dadurch gezähmt oder die emsigen Pennäler dadurch ausgebremst werden – aber selten wird der Fall auch auf die spätere Arbeitswelt übertragen. Und zumindest hier gibt es nun Gewissheit. Dabei hat eine Studie von Cornerstone OnDemand in Zusammenarbeit mit der Harvard-Business-School in den USA genau diese Problematik untersucht. Unter dem Slogan „Strategic Seating“ wurden die Nebeneffekte ermittelt, die durch das System der Sitzordnung im Büro einhergehen. Das Ergebnis gibt interessante Einblicke, wie wir uns selbst bei der Arbeit verbessern können, wenn wir gezielter auswählen, neben wenn wir uns niederlassen.

Sag mir, wer neben Dir sitzt und ich sage Dir, wer Du bist

Um Indexwerte zu ermitteln wurden die Mitarbeiter auf ihre Produktivität, Effizienz und Qualität hin geprüft. Alle drei Faktoren besaßen eng zugeschnittene Definitionen, so wurde z.B. das ansonsten schwammige Kriterium Qualität damit gemessen, wie zufrieden die Klienten mit den Ergebnissen der vergleichbaren Aufgaben waren. Das Resultat zeigt, dass Unternehmen bei einer Mitarbeiteranzahl von 2.000 Angestellten mit einer strategisch ausgerichteten Sitzordnung im Schnitt 15 Prozent bessere Leistungen in der Performance erzielen können – was sich umgerechnet durch 1 Millionen US-Dollar zusätzlichen Profit niederschlägt. Doch was ist die beste strategische Lösung? Cornerstone hat dazu ein Schaubild entwickelt, welches eine grafische Übersicht liefert. Darin werden Mitarbeiter nach den oben genannten Kriterien in drei Kategorien eingeteilt: 

Die Quality-Worker, bei denen es sich diplomatisch ausgedrückt um Trantüten handelt, die Generalist, die sich im Mittelfeld bewegen sowie die Productive Worker, welche als Spezialisten überdurchschnittliche Leistungen erzielen. Das beste Szenario ergibt sich daraus, dass man die Generalisten als Gruppe zusammensetzt, wo sie sich gegenseitig unterstützen und konstant auf einer Wellenlänge bleiben. Anders sieht es dagegen bei den Quality-Workern und den Productive Workern aus. Obwohl sie sich unterscheiden, sollte man sie zusammensetzen. Am besten aber nicht als Gruppe, sondern immer als eine Art Pärchen. Stellen Sie sich vor ein Quality-Worker und ein Productive Worker teilen sich einen Tisch und sitzen sich gegenüber. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein ausgewähltes Duo sich besser unterstützt, als wenn mehrere Quality- und Productive Worker sich zusammenraufen, da so eine geteilte Gruppendynamik entsteht. So würden nämlich nur die Productive Worker untereinander unterstützen, während die Quality Worker abgehängt würden. Bei einem Duo bleibt den jeweiligen Pedanten jedoch gar nichts anderes übrig als sich aufeinander einzustellen.

Wie umgehen mit Störgrößen?

Natürlich wird anhand des eingehenden Beispiels in der Schule die Frage erhoben, warum die besseren Productive Worker die lahmeren Quality Worker motivieren sollten und nicht umgekehrt? Könnte es nicht sein, dass die Luschen die Profis ausbremsen? Auch dieser Frage ist die Studie nachgegangen, jedoch zeigten die Ergebnisse, dass die besseren Productive Worker in den umrissenen Kriterien keinen Schaden davontrugen. Die einzige Gefahr drohe von einem sogenannten „toxic employee“, der auf egoistische Weise dem Unternehmen schadet. In diesem Fall handelt es sich natürlich um einen Störfaktor, der die Arbeit im Büro bei jeder Organisation stört. Es gilt diesen zu erkennen und umzusetzen oder ganz zu entfernen. Wie das geht hat Cornerstone bereits in einer älteren Studie herausgefunden. Der negative Einfluss eines toxischen Mitarbeiters dürfte danach schon nach einem Monat wieder verschwunden sein und die Performance ihren alten Elan erreicht haben. Stimmt es also, dass Störenfriede in der Schule neben braven Schülern sich zu benehmen wissen? Nicht auszuschließen, aber doch unwahrscheinlich. Aber schlechte Schüler können ihre Leistung steigern, wenn sie neben aktiven und leistungsorientierten Schülern sitzen.

In diesem Sinne sollte sich jeder beim Lesen dieses Textes umgucken, ob er auch gerade neben den richtigen Leuten sitzt.

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