Arbeit 4.0.: Wie Sie Ihren Job vor Kollege Roboter beschützen
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Arbeit 4.0.: Wie Sie Ihren Job vor Kollege Roboter beschützen

Talent Management

Arbeit 4.0.: Wie Sie Ihren Job vor Kollege Roboter beschützen

April 30, 2018 Sascha Grosskopf

Seit einigen Jahren ist immer häufiger zu lesen, dass smarte Maschinen rund die Hälfte aller Jobs bedrohen. Und das weltweit. Wirklich sicher scheint davor keine Branche zu sein. Während sich Self-Checkout-Kassen in Supermärkten verbreiten und die ersten Roboter-betriebenen Hotels eröffnen, bleibt zu fragen, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen wird. 

Erst kürzlich sorgte die Meldung, Zalando ersetze 250 seiner Marketing Mitarbeiter durch Software, für Aufsehen. Diese Meldung könnte bald eine unter vielen sein, schenkt man zahlreichen Studien Glauben. Demnach soll weltweit rund die Hälfte aller Jobs durch Maschinen und Software ersetzbar sein. Treffen die Prognosen in dieser Form ein, wird die Digitalsierung den Arbeitsmarkt so massiv verändern, wie zuletzt die Industrialisierung. Doch kein Grund zur Panik. Eine jährlich durchgeführte Studie der Unternehmensberatung McKinsey sagt voraus, dass lediglich fünf Prozent aller Berufe vollständig durch die Digitalisierung verschwinden werden. Das gilt zumindest für den amerikanischen Arbeitsmarkt. Dennoch sei nahezu jeder Beruf schon heute in Teilen durch Computer ersetzbar. Gerade physische Routinearbeiten, wie sie im industriellen Umfeld häufig zu finden sind, könne man laut der Analyse sehr gut in Algorithmen übertragen. Auf dieser Grundlage errechnet die Unternehmensberatung, dass etwa 60 Prozent aller Tätigkeiten in der herstellenden Industrie substituierbar wären. Auch andere Branchen trifft es hart. In der Nahrungsmittel- und Hotelbranche könnten gewaltige 75 Prozent und im Einzelhandel über 50 Prozent der Arbeitszeit durch den Einsatz von Software und Maschinen eingespart werden.

Routinearbeit gehört in Zukunft den Maschinen

Die Studie berechnet jedoch lediglich Automationspotenziale. Ob und inwieweit Tätigkeiten zukünftig automatisiert werden, hängt wie so oft vom Kosten-Nutzen-Faktor ab. Ein Beispiel: Die Tätigkeit eines Buchhalters ist relativ einfach und günstig in einen Algorithmus übersetzbar und von einem gewöhnlichen Computer mit recht geringer Rechenkapazität ausführbar. Ein einfacher Koch ist hingegen sehr viel schwieriger maschinell zu ersetzen. Denn man stelle sich eine Maschine vor, die Fleisch brät, Gerichte zubereitet und zugleich die Küche organisiert. Technisch stünde der Konstruktion eines solchen Automaten sicherlich nichts im Wege, doch da die Gehälter in der Systemgastronomie ohnehin nicht sonderlich hoch sind, ist fraglich inwieweit es lohnenswert wäre, sich die Mühe zu machen. Deshalb gehen Experten davon aus, dass in Zukunft verhältnismäßig mehr Routinetätigkeiten automatisiert werden, die mit Datenverarbeitung und Erhebung zu tun haben. Es könnte also insbesondere Bürokräfte wie Sachbearbeiter in der Versicherungs- und Finanzbranche treffen, deren Substituierbarkeit rund 43 Prozent beträgt. Je nach Tätigkeit könnte die Zahl sogar noch höher ausfallen, denn manche Experten warnen sogar vor dem Wegfall zwei Drittel aller Jobs im Bankgewerbe.

Kreative und soziale Skills werden immer wichtiger

Doch die Bedrohung scheint in Deutschland nicht ganz so groß zu sein. Eine Studie des Forschungsinstituts für Arbeits- und Berufsforschung der Agentur für Arbeit kam zu dem Schluss, dass lediglich 15 Prozent aller in Deutschland Beschäftigten zu großen Teilen Tätigkeiten erledigen, die bereits heute durch Software ersetzbar wären. Überraschenderweise sind Fachkraftberufe ebenso betroffen wie Helferberufe. Das führen die Studienverantwortlichen darauf zurück, dass Helfer in einigen Branchen insbesondere Nicht-Routine-Tätigkeiten erledigen. Spezialisten und Expertenberufe sind wie erwartet relativ schwer maschinell ersetzbar. Die größte Substituierbarkeit berechnen die Experten mit 70 Prozent für Tätigkeiten im Bereich der industriellen Fertigung. Die niedrigste mit unter 10 Prozent für soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe. Das erscheint logisch, denn Robo-Erzieher oder Robo-Lehrer sind wenig vorstellbar. Auch diese Studie sagt voraus, dass weniger Berufe gänzlich verschwinden, sondern sich vielmehr verändern werden. Um diesen Veränderungen gewachsen zu sein, kommt der Weiterbildung und dem flexiblen Umgang mit Soft- und Hardware von klein auf besondere Bedeutung zu. Denn nur auf diese Weise kann der Mensch mit den technischen Entwicklungen Schritt halten. Deshalb werden kreative und soziale Skills für den Menschen in Zukunft immer wichtiger werden, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen.

Doch die Automatisierung von Routinearbeit hat nicht nur schlechte Seiten, denn den Mitarbeitern bleibt durch sie mehr Zeit für interessantere, komplexere Aufgaben. Außerdem können Fehlerquoten durch den Einsatz von Computern gesenkt und die Performance vieler Branchen über die menschlichen Fähigkeiten hinaus erhöht werden. Das könnte in der Folge zu einem Anzug des globalen Wachstums führen. Es ist zudem nicht sicher, wann die technischen Vorrausetzungen für die Automation bis in alle Branchen vorgedrungen sind. Sicher ist lediglich, dass viele Aufgaben aus dem Verantwortungsbereich der Menschen hinein in die von Computern und Maschinen fallen werden. Dadurch werden sicherlich einige Teilgebiete wegfallen, aber auch andere entstehen. Doch es ist ebenso sicher, dass nicht alle Aufgaben von Computern übernommen werden können. Tätigkeiten für die Flexibilität, emotionale Intelligenz, Kundenkontakt, Führungskompetenz und Urteilsvermögen nötig sind, werden nach heutigem Forschungsstand auch in Zukunft in der Hand des Menschen bleiben. Ihr Job wird also sehr wahrscheinlich nicht vollständig automatisierbar sein, sondern sich lediglich verändern. Nur wenn Sie zu sehr großen Teilen Routinearbeit erledigen, sollten Sie sich sorgen und eventuell darüber nachdenken, wie Sie Ihre Position verbessern könnten. Ob und inwieweit Ihr Job automatisierbar ist, können Sie mithilfe des Job Futuromats des Forschungsinstituts für Arbeits- und Berufsforschung überprüfen.

About Sascha Grosskopf

Sascha Grosskopf is Head of the EMEA Fieldmarketing team at Cornerstone OnDemand, he is a digital leader, story teller, presenter and well known in the HR-Tech space - he knows how HR can make the big change for organisations.

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