The United States of Analogue – Warum Europa in Sachen Digitalisierung immer noch viel zu tun hat
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The United States of Analogue – Warum Europa in Sachen Digitalisierung immer noch viel zu tun hat

Future of Work

The United States of Analogue – Warum Europa in Sachen Digitalisierung immer noch viel zu tun hat

June 12, 2017 Geoffroy De Lestrange

Deutschland ist in Sachen Digitalisierung immer noch ein Entwicklungsland. Diese Botschaft bekommt man wie in einer Echokammer immer wieder zu hören. Und das neue IDC-Whitepaper bestätigt dies erneut. Viele Länder in Europa scheinen noch gefangen im Analog-Loop.

Mit der Digitalisierung verhält es sich ja zuweilen wie mit Autos auf deutschen Autobahnen. Der Geschwindigkeitsrausch ist in Form von Schnell- und Fernstraßen durchaus vorhanden – und so manches Unternehmen kann hier als Flitzer eingestuft werden…rein metaphorisch, versteht sich. Was spricht also gegen Vollgas? Überträgt man dieses Beispiel auf die deutsche Unternehmenslandschaft und wie wenig HR und IT miteinander verzahnt sind, entsteht der Eindruck, dass die Firmen deutlich unter ihren Möglichkeiten agieren. Am Ende fahren sie mit dem Porsche auf einem Streckenabschnitt ohne Tempolimit mit gerade mal 80 km/h. Dabei steht einer schnelleren Fahrt nichts im Weg außer der eigenen Angst. Übrigens, genau der Grund, weshalb viele Unternehmen immer noch nicht alle Formen der modernen Arbeitswelt voll ausgeschöpft haben, die die digitale Transformation bietet.

Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Future People: Unleashing Your Talent“ des Marktforschungsunternehmens IDC, welche in Zusammenarbeit mit Cornerstone OnDemand entstand. Es stellt sich heraus, dass die Personalabteilungen – besonders in deutschen Unternehmen – zumeist immer noch sehr konservativ aufgestellt sind. Dabei sollte gerade der demographische Wandel doch der letzte Anstoß sein, sich endlich auf die Arbeitswelt von morgen einzustellen. Denn vor allem in den skandinavischen Ländern scheint man hier schon weiter zu sein.

Unterschiede auch zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz

Im Rahmen einer Erhebung befragte IDC europaweit insgesamt 1.469 HR-Verantwortliche und LOB-Manager aus 14 verschiedenen Ländern in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Das Ergebnis: Insgesamt gaben 49 Prozent der befragten Manager in Europa an, dass ihr Unternehmen gerade den digitalen Wandel vollzieht. Deutschland belegte dabei den letzten Platz, wenn es darum ging, ob veraltete IT-Systeme die digitale Transformation ausbremsten. Fehlende Flexibilität in Sachen IT, verkrustete HR-Prozesse und eine veraltete Auffassung von der Rolle der Personalabteilungen führen dazu, dass die Werktätigen in Deutschland im Schnitt unzufriedener mit ihrer Arbeit sind, als ihre Kollegen im europäischen Ausland. So stimmten in der gesamten DACH-Region beispielsweise über 10 Prozent ohne Vorbehalt der Aussage zu, dass die HR der Hauptgrund für viele Probleme im Unternehmen sei – in Schweden oder Finnland vertraten dagegen weniger als 3 Prozent der befragten Manager diese Position.

Doch auch zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bemerkenswerte Unterschiede. So gaben nur 53 Prozent der Studienteilnehmer aus der Alpenrepublik an, dass ihr Unternehmen Home-Office fördere – in der Schweiz sind es immerhin schon 63 Prozent, in Deutschland sogar 70 Prozent. Gerade in Deutschland geht man auch mit 83 Prozent davon aus, dass das Personalwesen eine wichtige Rolle beim Unternehmenserfolg spielt – in Österreich vertreten nur 75 Prozent der Verantwortlichen diese Auffassung. Insgesamt vertraten 83 Prozent der befragten Entscheider in Europa diese Auffassung.

HR muss mit der IT auf eine Stufe gestellt werden

Für die DACH-Region zeigt die Studie daher nur eine durchschnittliche Mitarbeiterzufriedenheit und identifiziert Uneinigkeit zwischen Personalverantwortlichen und der Führungsebene in Bezug auf Prioritäten in Sachen HR. Darüber hinaus legen Personalabteilungen hierzulande nach wie vor ihren Fokus eher auf administrative als strategisch, wertschöpfende Aufgaben – doch genau diese sind für die Rolle der HR in Unternehmen in der Zukunft überlebenswichtig. Denn flexible Prozesse wirken sich laut der Studie direkt auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus. Doch die Länder der DACH-Region hinken in den technologiebezogenen Aspekten deutlich hinterher – etwa in der Frage, ob Mitarbeiter eigene Geräte auf der Arbeit nutzen können. In DACH liegt der Schnitt bei unter 60 Prozent, während er in den skandinavischen Ländern bei über 71 Prozent liegt. In der Schweiz können beispielsweise nur 78 Prozent der Befragten mittels kompatibler IT-Systeme standortunabhängig arbeiten, während in Finnland 94 Prozent der Belegschaft in dieser Hinsicht vom Unternehmen unterstützt werden. Die Studie kommt an dieser Stelle zu dem Schluss, dass Organisationen in den nächsten Jahren verstärkt in neue Technologien investieren sollten, um die veränderten Anforderungen der Mitarbeiter in Bezug auf flexibles Arbeiten bedienen zu können. Immerhin stimmten nur 16 Prozent der Personalfachkräfte in Deutschland der Aussage zu, dass das Personalwesen gut mit der IT kooperiert. Gefragt sind hier integrierte Ansätze, bei denen die Vereinfachung von HR-Prozessen durch Investitionen in HR-Systeme unterstützt wird und die eine "Selbstbedienung" also eigenständige Bearbeitung der gewünschten Prozesse durch Mitarbeiter und Manager ermöglichen. Die Vereinfachung der Prozesse sollte auch den einzelnen Abteilungsleitern im Bereich der Mitarbeiterverwaltung mehr Eigenständigkeit und Befugnisse verleihen.

Aber die Studie kann nicht nur gegen die DACH-Länder schießen, sondern zeigt auch die versteckten Stärken auf – tatsächlich liegt Deutschland auch hier bei einigen Analysen vorne und hängt sogar in einigen Kategorien die Wikinger ab. Wenn es beispielsweise um die Organisation für langfristige Planungen geht, ist die komplette DACH-Region ein Fels in der Brandung – besonders Österreich trumpft hier mit 51 Prozent auf, Deutschland knapp dahinter mit 46 Prozent. Dänemark landet mit 23 Prozent dagegen abgeschlagen auf dem letzten Platz, direkt gefolgt von Norwegen.

Die kompletten Ergebnisse der Studie werden auf der Make-It-Tour von Cornerstone OnDemand länderspezifisch in den DACH-Regionen präsentiert: In Genf am 13. Juni, Zürich am 14. Juni, München am 20. Juni und Wien am 21. Juni.

Die Erhebung sollte in einigen Aspekten deutschen Managern zu denken geben, aber auch Mut machen, dass man zwar auf dem richtigen Weg ist, aber noch einiges verbessern muss, wenn in Deutschland nicht irgendwann auch das Tempolimit auf der Autobahn eingeführt werden soll.

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