VW Skandal & Co. KG – Unternehmenskultur in Trümmern … so gelingt der Wiederaufbau
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VW Skandal & Co. KG – Unternehmenskultur in Trümmern … so gelingt der Wiederaufbau

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VW Skandal & Co. KG – Unternehmenskultur in Trümmern … so gelingt der Wiederaufbau

December 15, 2015 Sascha Grosskopf

Otto Normalverbraucher zeigt sich betrübt in diesen Tagen. Der „Dieselgate“-Skandal hat dem Ansehen seines Lieblings-Automobilunternehmens VW einen harten Schlag versetzt. Kann Otto Normalverbraucher nun noch guten Gewissens in seinen Golf einsteigen? Fragen über Fragen quälen den jungen Otto. Derzeit dürfte es vielen VW-Kunden wie ihm gehen – das Vertrauen ist Weg. VW steht indes vor den Trümmern des eigenen undurchsichtigen Lügenschlosses namens Unternehmenskultur. Der Beschuss war hart, aber gerecht, die Verluste denkbar hoch. Doch nicht nur das Image des weltgrößten Automobilkonzern leidet nachhaltig, sondern auch das Qualitätslabel „Made in Germany“.

Wunden lecken ist nun angesagt. Und Schadensbegrenzung betreiben. Der Karren muss wirtschaftlich aus dem Dreck gezogen und das Vertrauen der Kunden und Mitarbeiter wiedergewonnen werden. Mangelnde Transparenz und zerstörtes Vertrauen  wirken sich schließlich nicht nur auf Kundenimage und Absatz aus, sondern schaden auch der Arbeitsgebermarke. VW muss seine Unternehmenskultur grundlegend neu denken und hat, gepaart mit den vielen anderen Baustellen des Konzerns, mehr als nur eine Mammut-Aufgabe zu meistern. Aus den Trümmern der alten porösen Unternehmenskultur muss etwas grundlegend Neues entstehen.  

Ein mächtiges Werkzeug

Das Potential von Unternehmenskultur wird leider immer noch stark unterschätzt. Dabei ist die Unternehmenskultur für Unternehmen das, was die „Hand Gottes“ bei der WM 1986 für Diego Maradona war – unsichtbar, aber entscheidend. Sie kann Mitarbeiter sowohl frustrieren als auch motivieren. Eine positive Unternehmenskultur kann beispielsweise bereits den Recruitingprozess positiv beeinflussen. Denn im Idealfall wollen potentielle Kandidaten ein Teil dieser positiven Kultur sein und aktiv zu ihrer Verbesserung beitragen. Gerade wenn es um das Recruiting geht, lässt sich eine schlechte Unternehmenskultur heutzutage kaum noch verbergen. Man bedenke, dass in Zeiten totaler Vernetzung jeder jederzeit online ist: Die Wahrheit ist immer nur einen Tweet oder Mausklick entfernt. Einen entscheidenden Beitrag leisten auch Arbeitgeberbewertungsportale wie Glassdoor und Kununu. Unternehmen, denen es nicht gelingt, eine nachhaltige Unternehmenskultur aufzubauen, schaden am Ende des Tages nicht nur ihrem eigenen Image, sondern auch ihren Erfolgsaussichten im „war for talents“. Noch gibt es  Hoffnung. Denn nach dem Wiederaufbau kommt bekanntlich das Wirtschaftswunder.

Positive Unternehmenskultur etablieren

Doch wie ist der Wiederaufbau zu schaffen? Wie gelingt es, eine neue positive Unternehmenskultur zu etablieren und Kunden und Mitarbeiter, aber auch potentielle Bewerber wieder für das eigene Unternehmen zu gewinnen?

  1. Transparenz schaffen– sonst gibt es Vertrauensprobleme. Jedes Unternehmen hat seine Geheimnisse. Dass die Coca-Cola-Formel nicht für jedermann zugänglich ist, macht absolut Sinn. Anders sieht es allerdings bei Misshandlungen und Verstößen aus. Transparenz, insbesondere in Sachen Compliance, ist dabei ausschlaggebend, um derartigen Entgleisungen vorzubeugen. Das gleiche gilt für Personalprozesse. Wenn ich als Mitarbeiter bewertet werde, will ich wissen, nach welchen Kriterien und warum.
  2. Offenheit fördern: Es ist wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, ob eine Aktion ethisch korrekt ist oder nicht. Dazu bedarf es einer offenen Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter auf Missstände oder Probleme hinweisen können, ohne dass es negative  Konsequenzen für ihre eigene Karriere hat.
  3. Effektives Compliance-System etablieren. Dafür muss zuerst eine Art Compliance-Kultur geschaffen werden, in der kritische Stimmen gehört werden. Anschließend müssen Regelwerke aufgesetzt und deren Einhaltung gemessen werden. Entscheidend ist dabei auch, dass eine Nichteinhaltung disziplinarische Konsequenzen haben muss. Der Wandel muss angestoßen werden, bis er sich irgendwann in der Kultur verankert. Softwaretools können dabei nützlich sein, indem sie helfen, Compliance-Risiken frühzeitig zu erkennen und zu beheben und sicherstellen, dass Mitarbeiter diesbezüglich geschult werden.
  4. Mitarbeiter schulen: Eine Möglichkeit, einen Kulturwandel aktiv herbeizuführen sind Trainings. Denn letztlich geht es darum, die Werte und Richtlinien eines Unternehmens zu verdeutlichen, und für alle Mitarbeiter zugänglich zu machen. Es muss ein grundlegendes Verständnis über die Strategie eines Unternehmens vermittelt werden, aber auch darüber, wie Arbeit und Zusammenarbeit funktionieren. Learning-Systeme können hier entscheidende Unterstützungsarbeit leisten, weil sie die nötige Transparenz schaffen und jeden erreichen – vom Manager bis zum Fließbandarbeiter.
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