Witz vs. Wirklichkeit: Arbeitssucht im 21. Jahrhundert
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Witz vs. Wirklichkeit: Arbeitssucht im 21. Jahrhundert

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Witz vs. Wirklichkeit: Arbeitssucht im 21. Jahrhundert

April 25, 2016 Sascha Grosskopf

„Mensch, du bist ja ein richtiger Workaholic“. Diesen Satz bekommt der eine oder andere sicher häufiger zu hören. Beleidigt oder schockiert ist dabei allerdings niemand mehr, schließlich ist der Begriff Workaholic zum einen recht trendy und zum anderen immer mit einem gewissen Augenzwinkern verbunden. Frei nach dem Motto: Du bist Workaholic, ich Shopaholic, meine Kinder Chocaholics – wir haben doch alle unsere Laster. Jeder weiß, dass es auf Dauer nicht gesund ist, seine Freizeit im Büro mit einer Überstunde nach der anderen zu verbringen, vor allem wenn zuhause Frau, Mann, Kinder, Hund, Playstation oder „Bauer sucht Frau“ warten. Aber wollen wir wirklich so kleinlich sein? Die eine oder andere Überstunde hat doch noch niemanden abhängig gemacht, oder?

Realität schlägt Humor

Gut, es schadet im tristen Berufsalltag sicher nicht, die Dinge mit Humor zu nehmen, dennoch sollte man das Thema „Arbeitssucht“ durchaus ernst nehmen – Süchtige leugnen schließlich immer ihre Sucht. Es bleibt ein schmaler Grat. Wo also fängt die „Passion for your profession“ an und wo endet sie in „Workaholism“? Eine Studie der Universität Bergen hat kürzlich den Test aufs Exempel gemacht. Die norwegischen Wissenschaftler haben dazu eine Sample von mehr als 1100 Mitbürgern untersucht, um einen Test zur Diagnose von Arbeitssucht zu entwickeln, der bestimmen kann, wann „Workaholism“ die Grenzen des Humors verlässt und in besorgniserregende Sphären eintaucht. Vorbild für den sieben Fragen umfassenden Test waren traditionelle Diagnoseverfahren für Suchterkrankungen, die man entsprechend modifiziert hat.

Wenn Sie mindestens vier der folgenden Aussagen mit „häufig“ oder „immer“ unterschreiben können, sollten Sie sich besser nicht mehr über ihr Arbeitspensum amüsieren, sondern dringend etwas ändern. Jetzt aber genug der Theorie und los getestet:

  • Du überlegst wie du dir mehr Zeit nehmen kannst, um noch mehr zu arbeiten
  • Du arbeitest mehr als ursprünglich vorgesehen
  • Du arbeitest, um Schuldgefühle, Angst, Hilflosigkeit oder Depressionen zu unterdrücken
  • Andere haben dir bereits nahe gelegt, arbeitstechnisch kürzer zu treten, aber du ignorierst ihre Ratschläge
  • Du bist gestresst, wenn du von der Arbeit abgehalten wirst
  • Du  stellst deine Arbeit vor Hobbies und Freizeitaktivitäten
  • Du arbeitest so viel, dass deine Gesundheit darunter leidet

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung

Auch wenn Sie sich jetzt vielleicht eingestehen müssen, dass Sie ein wissenschaftlich beglaubigter „Workaholics“ sind, lassen Sie sich gesagt sein: Sie sind nicht allein. Gemäß der Studie liegen 8,3 Prozent der Befragten ein problematisches arbeitssüchtiges Verhalten an den Tag. Besonders interessant ist, dass junge Erwachsene deutlich stärker betroffen sind als ihre älteren Kollegen. Abgesehen von diesem Differenzierungspunkt, scheint Arbeitssucht aber unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Bildungsgrad, Beziehungsstatus, Teil- oder Vollzeitbeschäftigung zu sein. Die Workaholics unter Ihnen sollten daher jetzt nicht verzagen, sondern anfangen, das eigene Verhalten zu reflektieren und ernst zu nehmen. Echte Abhängigkeit erfordert auch eine echte Therapie. 

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