Xing vs. LinkedIn: Dawn of Human Resources
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Xing vs. LinkedIn: Dawn of Human Resources

Talent Management

Xing vs. LinkedIn: Dawn of Human Resources

June 06, 2016 Sascha Grosskopf

Die Evolution hat viele epische Machtkämpfe hervorgebracht. Angefangen in grauer Vorzeit, wo die Vorherrschaft der Vierbeiner durch die ersten aufrechtgehenden Menschen beendet wurde, bis zum Niedergang der HD-DVD gegenüber der Bluray-Disc vor einigen Jahren. Am Ende steht eben doch immer Darwins rhetorisches Damoklesschwert, dass nur der Stärkere überlebt. Dies trifft auch auf die Welt des 21. Jahrhunderts zu. Im Bereich der sozialen Netzwerke bahnt sich nämlich gerade solch ein Showdown an, jener zwischen Xing und LinkedIn. Ob Privatpersonen oder ganze Unternehmen − jeder kann einen Account eröffnen, Anzeigen schalten oder seine News übers Netzwerk verbreiten. Wer in Sachen Digitalisierung und HR mitmischen will, für den gibt es schon lange keinen Weg mehr an einer dieser beiden Websites vorbei. Die Frage ist bloß, welche der beiden Netzwerke bietet welche Lösungen fürs Recruiting? Deswegen lassen wir nun beide Seiten gegeneinander antreten und werden sehen, wer die Arena als Sieger verlässt. Ring frei! 

Round One: Wer besitzt die meisten Mitglieder?

Und schon geht LinkedIn in die Offensive, traktiert Xing und lässt ordentlich Schläge auf das soziale Netzwerk mit Sitz in Hamburg herabregnen. Denn während Xing erst vor einigen Wochen bekannt gab, über zehn Millionen Mitglieder zu verfügen, trumpft LinkedIn bereits mit satten 347 Millionen Nutzern auf. Der Unterschied liegt darin, dass Xing speziell auf den deutschsprachigen Raum zugeschnitten und LinkedIn global aufgestellt ist. Die Runde geht zwar klar an das amerikanische Unternehmen, doch Xing kann immerhin seine Deckung bewahren. Schließlich tummeln sich auf LinkedIn etwas mehr als sechs Millionen deutschsprachige User und damit deutlich weniger als auf Xing. Der Löwenteil der teutonischen Nutzer wird wohl auch aufgrund der dichteren Vernetzung und engeren Bindung weiterhin Geschäftskontakte und Berufspartner aus seiner Region suchen und pflegen.

Round Two: Wer bietet das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Hier erweist sich Xing als überaus agil, kann unter dem linken Haken abtauchen und LinkedIn daraufhin einen Uppercut verpassen. Beide Plattformen bieten zwar ein kostenloses Basic-Konto an, jedoch funktioniert Xing in seiner Gratis-Kultur − anders als LinkedIn − auch ohne Zusatzabo wunderbar…zumindest für den Verbraucher. Firmenprofile haben auch auf Xing ihren Preis. Für den Recruiter stellt sich daher die Frage, ob er auf Xing dieselben Zielgruppen findet wie auf LinkedIn. Denn um dort in den Genuss zahlreicher Features zu kommen, müssen Nutzer deutlich mehr zahlen. Hier kann Xing nun seinen Heimvorteil besser ausspielen und mit seinem günstigeren Angebot bündeln, um filigranere Kontakte für die deutsche HR-Branche bereitzustellen. Denn nicht nur kleine oder mittelständische Firmen, sondern auch größere Unternehmen finden auf Xing schneller die geeigneten Fachkräfte aus ihrer Umgebung. Daher geht diese Runde an das Hamburger Unternehmen.

Round Three: Wer besitzt den besseren Service?

Hier kann LinkedIn wieder die Oberhand zurückgewinnen und Xing in die Ecke treiben. Zwar ist das Interface beider Anbieter benutzerfreundlich aufgebaut, jedoch bietet LinkedIn deutlich mehr Interaktionen, um zu kommunizieren. Während Xing fast wie ein Telefonbuch ohne Nummern daherkommt − wo nebenbei Jobs und Events aufgelistet werden − punktet LinkedIn darüber hinaus mit deutlich mehr Innovation. Funktionen wie Empfehlungen, Skill-Endorsements (eine Art Ranking für Fähigkeiten) oder Network-Updates halten den Recruiter nicht nur auf dem Laufenden, sondern schneidern ihm auch Profile auf Maß zu. Diskussionsgruppen oder verwandte Projekte sorgen so für eine ganz neue Art der Unternehmenskommunikation. Dadurch werden nicht nur fachbezogene Kontakte geknüpft, sondern auch neue Leads generiert. LinkedIn fordert beide Seiten geradezu heraus, sich aktiv im Netzwerk zu bewegen und so eine Eigendynamik zu entwickeln, die fürs Talent Management nur förderlich sein kann. Daneben bietet es dieselben Chancen fürs Recruiting wie Xing. Ein weiterer Punkt daher für das amerikanische Unternehmen.

Round Four: Wer besitzt mehr Potenzial?

Auch hier muss Xing weiter Prügel einstecken und langsam bröckelt auch die Verteidigung. Denn selbst wenn LinkedIn momentan noch weniger Nutzer im deutschsprachigen Raum hat, so verfügt es über ein deutliches höheres Wachstum als Xing und könnte es bald auch auf diesem Feld überholen. Der deutsche Anbieter scheint dagegen schon fast an seine Kapazitäten zu stoßen, da er weniger Neukunden hinzugewinnen kann und ihm der internationale Markt versperrt bleibt. Zudem bieten mittlerweile immer mehr Unternehmen bei Bewerbungen an, den Account bei LinkedIn anzugeben statt einen klassischen Lebenslauf abzuschicken. Auch Werbeanzeigen lassen sich hier besser platzieren und erzielen einen größeren Streukreis. Dies erhält vor der anhaltenden Diskussion über die Digitalisierung der HR einen besonderen Stellenwert. Noch ist Xing zwar in Deutschland Marktführer, aber alles spricht dafür, dass dem deutschen Ableger das gleiche Schicksal ereilen wird wie einst StudiVZ, als es von Facebook in die ewigen Jagdgründe befördert wurde.

Finish him!

K.O. in der vierten Runde! Xing geht zu Boden und steht nicht mehr auf, während LinkedIn sich feiern lässt. Auch wenn das internationale Netzwerk in den meisten Bereichen punkten kann und der klare Sieger ist, so sei gesagt, dass Xings Netzwerk dennoch keine Geisterstadt darstellt. Aufgrund seines günstigeren Angebots und seiner Ausrichtung am Standort ist es immer noch Deutschlands Jobbörse Nummer Eins. Xing besitzt momentan noch die engere Vernetzung und daher den besten Draht zu den deutschen Fachkräften. Doch die zunehmende Internationalisierung zeigt, dass LinkedIn bald auch für kleine Personalabteilungen wichtig sein wird. Die beste Strategie wäre es daher, das Beste aus beiden Welten zu beziehen und zumindest in jedem Netzwerk einen Basic-Account anzulegen. So macht sich auch die deutsche HR bereits mit LinkedIn und somit mit der Zukunft vertraut. 

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