Die HR im Herbst: Getrieben, gehetzt und gejagt von Trends
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Die HR im Herbst: Getrieben, gehetzt und gejagt von Trends

Talent Management

Die HR im Herbst: Getrieben, gehetzt und gejagt von Trends

September 27, 2016 Sascha Grosskopf

Der Duden definiert das Wort Trend folgendermaßen: „Eine über einen gewissen Zeitraum bereits zu beobachtende, statistisch erfassbare Entwicklung.“ Trends sind somit empirische Tendenzen, aber in unserem Alltag haben sie sich in ihrem Zweck häufig vergaloppiert. Viele sogenannte Experten versprechen dann in Talkshows, dass Trends im Grunde nichts Geringeres als unsere Zukunft offenbaren, was sich vor allem in den Medien immer wieder als gute Schlagzeile verkaufen lässt. Was nur eine vorsichtige Prognose mit Störgröße ist, will dann als schicksalhafte Vorhersage begriffen werden. Am Ende wird immer ein hoher Erwartungsdruck erzeugt, der aber fast nie bedient werden kann, wie eine Fülle an leeren Kommunikationshülsen.

Dabei geht es nicht nur um peinliche Modeerscheinungen wie die Voraussage in den 90er Jahren, dass aufblasbare Möbel bald unsere IKEA-Garnitur aus dem Wohnzimmer verdrängen würden, sondern auch um Entwicklungen aus Wirtschaft, Management und HR. Erinnern Sie sich nicht, was uns schon alles verkündet wurde? In den 80er Jahren schien der unaufhaltsame Aufstieg Japans zu demonstrieren, dass das Reich der aufgehenden Sonne bald sogar die USA als weltgrößte Volkswirtschaft ablösen werde – ohne jeden Zweifel. Heute zehrt Japans Wirtschaft nur noch von ihrer Substanz und hat so viele akute Probleme, dass wir sie hier gar nicht alle auflisten können. Und von den Lobpreisungen über China, welches zum Japan des 21. Jahrhunderts avancierte, distanzieren sich mittlerweile auch viele Wahrsager, zeigt sich doch in den letzten zwei Jahren, dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Und sicher keimen nostalgische Gefühle auf, wenn man aus dem Personalmanagement den häufig beschworenen 2000er-Jahre-Slogan „War for Talents“ hört. Heute heißt es „The War for Talents is over. Talent has won.“

Oft sind eben solche Trends ein Selbstläufer, angefeuert durch die Medien wird man quasi dazu gedrängt, die neuste Entwicklung mitzumachen, weil man im Privatleben sonst als outdated gilt. In der Wirtschaft hingegen stehen Unternehmen noch weitaus mehr unter Druck, die richtigen Zeichen der Zeit zu erkennen, da sie nicht als vermeintlich uncoole Protagonisten die Schmähung ihres Umfeldes zu befürchten haben, sondern ihre ökonomische Existenz. Digitalisierung, Diversity oder demographischer Wandel. Viele Trends und Entwicklungen prasseln heute auf die Unternehmer ein. Während die einen Ratgeber vom Employer Branding 4.0 sprechen, behaupten andere, dass Employer Branding komplett der Vergangenheit angehöre. Während viele Hohepriester immer wieder den Fachkräftemangel beschwören, entgegnen Pragmatiker dagegen, dass es sich dabei nur um ein modernes Märchen handelt.

Hinzu kommt das Problem, dass viele Unternehmer gerade aufgrund dieser Unsicherheit neue Trends nur oberflächig und kosmetisch in ihr Firmenprofil übernehmen. Prominente Beispiele sind bis heute die Verschleppung von Datenauslagerung in die Cloud oder der kooperative Ausbau einer IT-Infrastruktur.

Aber was sind denn nun wirklich die Chancen für die Zukunft und was ist bloß eine kurzlebige Modeerscheinung? Es gibt genügend Studien, die durch empirische Erhebungen keinen Blick in eine nebulöse Kristallkugel darstellen, sondern bestechende Prognosen abgeben und daher bestens geeignet wären als Wegweiser. Aber woher sich richtig informieren? Eine Antwort könnte die Zukunft Personal, Europas Fachmesse für die HR, geben. Diese findet vom 18. bis zum 20. Oktober 2016 in Köln statt.

Natürlich geht es dabei auch um die neusten Trends. Aber anders als bei einem Kongress können sich hier nicht nur Experten untereinander austauschen, sondern auch Besucher und Unternehmer ein eigenes Bild davon machen, welche Technologien nun wirklich von Bedeutung sind und wie man auf die Strömungen der Zeit adäquat reagiert. Wie kann der Mittelstand beispielsweise auf dem Land der Urbanisierung entgegenwirken? Welche Neuausrichtung muss Compliance in Zeiten des Dieselgate-Skandals durchlaufen? Viele Vorträge und Projekte auf der Zukunft Personal tragen dazu bei, dass die wesentlichen Informationen gezielt verdichtet werden. Wichtige Themen sind dort u.a.:

Digitale Transformation: Dies ist keine Phrase, sondern tatsächlich Chefsache. Seit 2016 hat sogar die Bundesregierung erkannt, dass Deutschland den Anschluss in Sachen Digitalisierung verlieren könnte. Die Datenautobahnen stellen die neue Wirtschaftsgröße dar und der HR kommt mit ihrer Verzahnung zwischen Individuum und Unternehmen eine besondere Schlüsselrolle zu.

Individualisierung statt Standardisierung: Dazu zählen nicht nur Transparenz und Übertragung von Verantwortung, sondern auch auf den Einzelnen zugeschnittene Talent-Programme. Besonders im Mittelstand kommt es darauf an, dass sich die Unternehmer den Nachwuchskräften anpassen – nicht umgekehrt.

Performance-Management 4.0: Das typische Beispiel für verkrustete Denkstrukturen, wenn die Mitarbeiter einmal jährlich die Möglichkeit zur Kommunikation erhalten. Selbst regelmäßige Reviews sind nur eine Kopie der alten Methode. Wichtig ist es, den Mitarbeitern das Gefühl eines richtigen Echtzeit-Feedbacks zu geben, denn Mitarbeiter, die gut sind und etwas erreichen wollen, brauchen dafür die Rückmeldung. Eine Bewertungsskala von 1 bis 5 die pro Quartal Auskunft über ihn gibt, reicht nicht aus.

Big Data = Big Problem? Häufig wird in den Medien darüber geschrieben, wie viel strenger die Datenschutzbestimmungen ausgelegt werden müssen. Gleichzeitig unbemerkt davon erwachsen jedoch auch die Möglichkeiten der technischen Mittel zu eben jener Datenerfassung. Wie können diese beiden Entwicklungen miteinander in Einklang gebracht werden?

Diese und andere Fragen werden Mitte Oktober in der Domstadt erörtert. Cornerstone OnDemand wird die Veranstaltung selbst mit seiner Expertise unterstützen und über Themen wie Human Capital Management oder Big Data sprechen. Cornerstones Predictive Analysis ist dabei essentiell für die Zukunft des Personalmanagements. Deshalb wird der HR-Spezialist am ersten Tag auch einen Vortrag über die Neuorganisation der Arbeitswelt halten und darüber informieren, welche Schritte nötig sind, um den digitalen Wandel nicht nur zu behaupten, sondern auch zu verwirklichen. Bei Rückfragen kann man sich jederzeit am Cornerstone-Stand B.24 in Halle 3.2 informieren. Daneben wartet die Messe auch mit vielen anderen Themen auf. So wird u.a. auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles einen Vortrag über die Zukunft der Arbeitswelt halten. Unter dem Slogan Arbeiten 4.0 soll die neue Dimension des Personalmanagements umrissen werden. Und das ist kein wankelmütiger Kurzzeittrend, sondern eine Verpflichtung, der man sich wirklich nicht entziehen sollte.

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