Halloween oder: Wer hat Angst vor unkollegialen Mitarbeitern?
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Halloween oder: Wer hat Angst vor unkollegialen Mitarbeitern?

Talent Management

Halloween oder: Wer hat Angst vor unkollegialen Mitarbeitern?

October 31, 2016 Andreas Eppler

Alljährlich zu Halloween sollen auch Personaler mit einem Schauermärchen beglückt werden. Die Legende spricht dabei von einer finsteren Gestalt, die nicht in den Bergen oder Wäldern, sondern den Firmen ihr Unwesen treibt. Sie ist gerissen, verschlagen, aber vor allem gefürchtet: Die Rede ist von unkooperativen Kollegen. Alteingesessene Recruiter sprechen bis heute sogar davon, dass man das Wehklagen dieser problematischen Angestellten durch die Flure vernehmen kann: „Das ist nicht mein Geschäftsbereich!“ oder „Ich werde hier unterbezahlt!“ flötet es dann gespenstisch durchs Büro. Doch sie sind nicht ausgestorben, sondern wandeln bis heute unter den Mitarbeitern des 21. Jahrhunderts.

Nach außen hin sieht er wie jeder andere Kandidat aus, der sich um einen Job bewirbt. Wie kann man ihn erkennen. Und wenn er bereits im Unternehmen ist, wie kann man aus ihm doch noch einen Teamplayer machen. Line-Manager und HR-Verantwortliche tüfteln schon seit Jahren an einem ausgeklügelten System, um ihn zu entlarven – doch weder Weihwasser, noch Silber zeigten bislang Wirkung. Dabei kann er die Leistungsfähigkeit eines ganzen Teams sogar um 30 – 40 Prozent reduzieren und bedeutet somit rote Zahlen für das Unternehmen.

Cornerstone OnDemand hat eine Studie rund um negativ eingestellte Angestellte erhoben. Untersucht wurden dabei 63.000 Mitarbeiter aus diversen Unternehmen, um der Frage auf den Grund zu gehen: Kann ein fauler Apfel einen ganzen Korb verderben?

Wer ist dieser negative Mitarbeiter?

Laut der Studie kommt im Durchschnitt auf ein Team von 20 Mitarbeitern ungefähr ein Kollege, der die anderen Angestellten bewusst ausbremst. Solche Mitarbeiter verderben durch ihr Fehlverhalten (sexuelle Belästigung, Fälschung von Dokumenten, Betrug, mangelnde Kooperation oder Gewalt am Arbeitsplatz etc.) das Betriebsklima, stellen einen enormen Kostenfaktor dar und beeinflussen obendrein auch noch die Unternehmenskultur negativ. 54 Prozent der Befragten gaben sogar zu, dass wenn sie mit einem solchen problematischen Mitarbeiter zusammenarbeiten müssten, ihren Job aufgeben würden. Er stellt also eine richtige Herausforderung für das Unternehmen dar. Außerdem ergab die Studie, dass ein Drittel der Mitarbeiter, die vorgaben „regelkonform“ zu handeln, in die Kriterien eines solch negativ eingestellten Mitarbeiters eingeordnet werden können.

Wie erkennt man ihn, bevor es zu spät ist?   

Die Fähigkeit solche problematischen Mitarbeiter zu erkennen, ist ungemein rar und deswegen auch so wertvoll. Es gibt jedoch einige Warnzeichen und Lösungskonzepte, die man berücksichtigen sollte. Nicht alle versprechen Erfolg, aber wenn einem Personalmanager seine Mitarbeiter wichtig sind, sollte man nichts unversucht lassen, um das Team als Ganzes zu bewahren. Negativ eingestellte Mitarbeiter sind eben leider unzuverlässige Mitarbeiter. Das gefährliche ist, dass sie sich zu Anfang als besonders gewissenhaft und regelkonform verkaufen. Langsam aber stetig erweisen sie sich jedoch als unpünktlich und nur begrenzt teamfähig. Auf solche kleinen Details sollte bereits in der Bewerbungsphase ein Auge gehalten werden, um Jobangebote entsprechend zu vermeiden. Im Schnitt befinden sich meistens mehr solcher Mitarbeiter in größeren Unternehmen, was zum einen an der höheren Personenzahl, jedoch auch an der Unübersichtlichkeit vieler großer Unternehmen liegen kann. Führungskräfte können mit so vielen Angestellten überfordert sein und verlieren leichter den Durchblick. Dabei muss nicht direkt das Fallbeil oder Kruzifix gezogen, sondern stattdessen eine Reihe von Gesprächen mit dem genannten Mitarbeiter angestoßen werden, um auf die Probleme einzugehen. Häufig können hier schon Schwachstellen erkannt und gelöst werden. Sollte die Einstellung des negativen Kollegen jedoch tiefer verankert sein, so wären gemeinsame Seminare und Trainingseinheiten zur Stärkung des Teamgeistes erforderlich. Manchmal reichen schon firmeninterne Veranstaltungen, um eine familiäre Atmosphäre zu entfalten und damit die negativen Energien abzubauen. Sollte ein negativer Mitarbeiter aber gewalttätig oder illegale Machenschaften im Namen der Firma getrieben haben, so hilft natürlich auch das beste Talent Management nichts. Denn in diesem Fall läge schon ein kriminelles Verhalten vor.

Was bedeutet dies für das Unternehmen?

Aber in allen Fällen kosten solche Störenfriede dem Unternehmen nicht nur bares Geld, sondern sie verseuchen mit ihrem Fehlverhalten auch noch das bisher gut funktionierende Team von Mitarbeitern. Dieses Phänomen wird auch als „negativer Spillover-Effekt“ bezeichnet und meint die Übertragung dieses Verhaltens auf andere Angestellte, die sich unmittelbar in der Nähe jener Kollegen befinden. Unternehmen können sich unter diesem Gesichtspunkt zumindest die Anstrengung sparen, einen strategischen Sitzplan auszuarbeiten. Denn es reicht schon ein problematischer Mitarbeiter, um den Sinn und Zweck dieser neuen HR-Strategie zur Optimierung der Performance gänzlich zu verfremden.

Für die Firma bedeutet das natürlich nicht, dass alle neuen Bewerber aus Misstrauen abgelehnt werden sollten oder eine Verspätung gar mit einer Bestrafung geahndet werden muss. Aber der Ausbau eines modernen Talent Management Systems hin zu einem strategischen Komplex stellt eine gute Weichenstellung dar, um eine gute Maßeinheit zur fairen Beurteilung seiner Mitarbeiter zu entwickeln. Denn neben der Zufriedenheit und der Performance zeigen die Lösungen auch auf, wie man die Skills eines jeden Mitarbeitern verbessern kann. Gleichzeitig ist damit auch bösen Überraschungen vorgebeugt, auf dass keiner Angst haben muss durch solch einen unkollegialen Angestellten mit einem Messer im Rücken über dem Bürotisch qualvoll zu verenden.

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