Investieren Sie in das Glück der Mitarbeiter – aber richtig!
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Investieren Sie in das Glück der Mitarbeiter – aber richtig!

Future of Work

Investieren Sie in das Glück der Mitarbeiter – aber richtig!

July 18, 2017 Geoffroy De Lestrange

Einrichten, glücklich sein. Was in den eigenen vier Wänden gilt, muss sich doch auch auf den Arbeitsplatz übertragen lassen. Tatsächlich werben immer mehr Unternehmen mit offenen Büros und kollaborativem Arbeiten. Doch auch die Skepsis hat ihre Berechtigung. Wie weit darf man gehen, wenn man die Firma zugunsten der Mitarbeiter umgestalten will?

Es stimmt: Freilich ist es keine Neuigkeit, dass die Forschung bereits hinreichend bewiesen hat, dass es eine direkte Korrelation zwischen dem Glück der Mitarbeiter und der Produktivität im Betrieb gibt. Auch in älteren Blogbeiträgen haben wir uns schon mit der Thematik beschäftigt. Doch erst in jüngster Zeit wurde auch ein Zusammenhang zwischen dem Büroaufbau und der Motivation festgestellt. So veröffentlichte Cornerstone letztes Jahr zusammen mit der Harvard-Business-School eine Studie, die zeigte, wie eine möglichste gute Aufteilung und Belegung der Büroräume zu Leistungssteigerung führen kann.

Arbeitsplatz hat Einfluss auf das Wohlbefinden

Besonders Startups sind Vorreiter, wenn es um moderne Büroeinrichtungen geht und um Ideen, wie man diese speziell auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter abstimmt. Laut einer Umfrage von TNS Sofres hat ihr persönlicher Arbeitsbereich für 86 Prozent der Befragten einen sehr wichtigen Einfluss auf ihr Wohlbefinden, ihre Effizienz und die Motivation. Nicht geschlossene Büros, sondern Freiflächen und komfortable Einrichtungen sollen den Stress der Mitarbeiter reduzieren. Gärten oder Pausenräume reichen in der heutigen Berufswelt nicht mehr aus.

Ein Beispiel für solche Alternativen stellen sogenannte Coworking-Spaces dar. Coworking steht dabei für flexibles Arbeiten im digitalen Zeitalter. Arbeitnehmer können in ihren Coworking Spaces unabhängig voneinander agieren und in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sein, oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen. Coworking Spaces stellen eine Neudefinition des klassischen Arbeitsplatzes dar, denn sie stehen in der Regel zeitlich befristet zur Verfügung. Das Plus für Unternehmen, die solche einrichten: es fallen nicht nur starre Hierarchien weg, es können sich auch Gemeinschaften herausbilden, welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden sollten.

Erzeugt zu viel Freiraum, zu viel Entspannung?

Aber es wäre zu gewagt, mal wieder einen radikalen Bruch mit den alten Werten herbeizureden. Denn eine völlige oder übereilte Abkehr von den konservativen Büros kann auch negative Effekte zur Folge haben. So schuf die Designagentur MUTTER in Hamburg 2004 einen kollaborativen Arbeitsraum mitten in ihren Büros. Die Unternehmenskultur war auf Offenheit aufgebaut und das Layout des Büros sollte dies replizieren. Viele HR-Experten hingegen finden dies bedenklich, da so der Unterschied zwischen Arbeitszeit und persönlicher (Frei-)Zeit verschwimmen kann. Es steht zu befürchten, dass das Büro – egal, wie modern und am Puls der Zeit – zum privaten Wohnzimmer verkommt. Bei aller Aufgeschlossenheit muss der Arbeitsplatz eben auch eine Arbeitsumgebung wiederspiegeln können.

Statt also rein optisch umzusatteln, sollte auch im Umgang mit den Mitarbeiten ein Tapetenwechsel vorgenommen werden. Dr. Nico Rose, ein Spezialist für positive Psychologie, wünscht sich zum Beispiel in diesem Fall ein Modell á la Servant Leadership. Die Führungsrolle sollte demnach als eine Art Dienst am und für den Mitarbeiter verstanden werden – und weniger als die des Helden und Anführers, der zeigt, wo es langgeht. Dieses Sinnerleben ist der vermutlich stärkste Motivator überhaupt für das Team. Unter dem Stichwort High-Quality Connections (HQC) – also Beziehungen, die sich durch respektvollen Umgang, Vertrauen und „gegenseitige Befähigung“ charakterisieren lassen – sollte mit dem Standort Arbeitsplatz auch eine Form der Kommunikation angestrebt werden. Unter welchen Umständen können Menschen bessere Entscheidungen treffen oder Durchhaltevermögen entwickeln und Ziele nachhaltig verfolgen. Die optische Umgestaltung ist also nur ein Zubrot zu den eigentlichen Motivationsfaktoren. Am Ende trägt nämlich beides zum Erfolg bei, das psychische wie auch das physische.

Aber wie könnte eine dekorative Umgestaltung konkret aussehen, wenn das Management Dr. Roses Vorstellung erfüllt und bereits den Menschen hinter den Mitarbeitern anspricht? In der Praxis könnte dies die Abschaffung individueller Schreibtische bedeuten. Dies muss aber gleichzeitig mit der Bereitstellung von mehr Arbeitssettings geschehen. Diese können sich je nach Firmenprofil oder Projekt entsprechend unterscheiden, wie beispielsweise die Microsoft-Zentrale in Deutschland, wo man variable Arbeitszonen einrichtete, damit die Disziplin nicht leidet: "Accomplish" für die Einzelarbeit am Schreibtisch, "Converse" für Teamarbeit in Projekträumen, "Think" für den kreativen Rückzug in einer eher bibliotheksartigen Umgebung und "Share and discuss" für die effiziente Interaktion. Für die Mitarbeiter bedeutet dies weniger Zwang und mehr Flexibilität, da nicht mehr die Brutto-Arbeitszeit im Vordergrund steht und man von „Nine-to-Five“ an seinem Schreibtisch gebunden ist. Durch die enge Verzahnung mit den Arbeitszonen wird der Fokus dagegen mehr auf die effiziente Netto-Arbeitszeit gelenkt. Die Mitarbeiter wechseln also nach ein paar Stunden den Arbeitsplatz, wenn eine Aufgabe erledigt ist, in einen anderen Bereich. Statt also hochtrabend von einem Büro der Zukunft zu sprechen, sollte man vielleicht lieber von einem Labor der Ideen denken. Im Kern ist es die sogenannte Arbeitsplatzsouveränität, die sowohl Disziplin als auch Kreativität im Büro in Einklang bringt und sprichwörtlich dafür sorgt, das Beste aus seinem Schreibtisch herauszuholen.

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